Mit der Erstkommunion ihres ältesten Sohnes vor 14 Jahren fing es an: Wilbirg Hüpfl lud einmal im Monat zu einem Gebet für Kinder in der Kirche vor dem geöffneten Tabernakel. Seither gibt es in der Pfarre Rüstorf diese Anbetungsstunde.
Worüber sie als Tischmutter mit den Erstkommunionkindern sprach, das wollte Wilbirg Hüpfl auch selbst leben: „Ich wollte für die Kinder glaubwürdig sein.“ So ist sie selbst zur Beichte gegangen und begann intensiv zu beten. Die Erstkommunion ihres Ältesten wurde für sie zu einem Neuanfang, der ihr Leben bis heute prägt und sie zutiefst erfüllt: „Gebet und Arbeit gehen ineinander über. Ich versuche im Zusammensein mit Gott meinen Alltag zu bewältigen und den Tag vom Gebet her einzuteilen.“ Das erinnert zurecht an das „Bete und Arbeite“ der Benediktiner: Ihre geistliche Heimat und die ihres Mannes sind die Benediktineroblaten von Kremsmünster.
Kinder beten für Kinder
Aus dieser geistlichen Erfahrung ist ein vielfältiges Engagement in der Pfarre gewachsen: von Kommunionspenderin bis zur Leiterin von Wort Gottes Feiern – und die Kindergebetstunde. Die liegt ihr besonders am Herzen. Die Gestaltung hält sie bewusst einfach: Lieder, Geschichten, Bibeltexte – die Mitte der halben Stunde vor dem geöffneten Tabernakel ist die Anbetung: „Ich versuche den Kindern nahe zu bringen, dass wir beim lebendigen Jesus sind, dass wir mit ihm wie mit einem guten Freund reden können.“ Die Kinder haben ihre Anliegen aus dem Alltag mit und sie beten auch stellvertretend für alle Gleichaltrigen, die keine Zeit haben, in die Kirche zu kommen, und für alle Kinder in der ganzen Welt.
Die Anbetung für Kinder ist nicht immer der große Renner. Zur Zeit kommen zwischen zehn und fünfzehn Kinder. Aber das ist für Hüpfl kein Problem. Sie übergibt ihr Bemühen Jesus: „Jesus, ich bringe dir die Kinder. Im Herzen berühren musst du sie.“ Damit entsteht für mich keine Überforderung, sagt sie: „Wichtig ist nicht, wieviele da sind, sondern, dass es gemacht wird.“