Als „kirchliches Antidepressivum“ bezeichnete Josef Schwabeneder, Leiter des Franziskushauses in Ried i. I. das Symposium „Stimmen für den Aufbruch – Aufbruchsstimmung in der katholischen Kirche?“.
An die 150 Leute kamen am 16. März 2013 ins Franziskushaus, um Ermutigung zu suchen. Am Abend davor hatte die Liedermacherin Claudia Mitscha-Eibl das Symposium mit einem Konzert eröffnet. "Wir sehnen uns nach eine Kirche, die neue Wege zu Gott und den Menschen sucht", betonte Schwabeneder. Ein Dutzend Gesprächspartner/innen standen als "Lebende Bücher" zur Verfügung, die mit den Besucher/innen über Aufbrüche in der Kirche sprachen (siehe Statements). Pfarrer Helmut Schüler, Gründer der Pfarrerinitiative, zeigte in seinem Referat Grundanliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf. Besonders hob er die Wiederentdeckung der Kirche als Volk Gottes hervor.
"In der Welt Christus suchen"
Was mir Hoffnung macht ...
Wenn ein Mensch wie Papst Franziskus durch die Spiritualität des heiligen Ignatius geprägt ist, kann das nur etwas Gutes bedeuten. Ignatianische Spiritualität heißt hineingehen in die Welt und dort Christus suchen und finden. Das Ignatianische ist gewaltig.
Dr. Reinhart Daghofer, Diakon und emeritierter Richter
"Die Freiräume gestalten"
Hoffnung in der Kirche macht mir, ...
dass es viele visionäre Köpfe gibt, die dafür einstehen, dass Glaube und Spiritualität Kraft im Alltag sein können. Pfarrer Helmut Schüller war für die Menschen eine starke Motivation, die Freiräume, die sie in den Pfarren erleben, auch zu gestalten.
Kornelia Zauner, Bildungszentrum St. Franziskus in Ried
"Als wichtiger Teil der Pastoral"
Hoffnung in der Kirche gibt mir, ...
dass wir Laien als wichtiger Bestandteil wahrgenommen werden und auch Verantwortung übernehmen dürfen. Der neue Papst beeindruckt mich. Entscheidend wird sein, ob er seine Demut und Bescheidenheit auch in die verantwortlichen Kreise des Vatikan bringt.
Walter Druckenthaner, PGR-Obmann
"Aufbruch ist auch schmerzlich"
Hoffnung in der Kirche gibt mir, ...
dass es so viele Menschen gibt, die sich heute hier im Bildungshaus St. Franziskus für die Zukunft der Kirche interessieren, dass ihnen das nahegeht. Wir dürfen aber nicht übersehen, dass Aufbruch mit aufbrechen zu tun hat und das immer auch schmerzlich ist. In dieser Situation brauchen wir verstärkt Menschen, die uns ermutigen und aufrichten.
Sr. Imma Haidinger, Franziskanerin von Vöcklabruck
"Wiederverheiratete nicht fallen lassen"
Was mir Hoffnung macht...
Der Vorschlag, für den Pfarrgemeinderat zu kandidieren, hat mich als geschiedene, wiederverheiratete Frau sehr überrascht, ließ mich aber deutlich spüren, dass es einen Aufbruch in der Kirche gibt. Mein Bemühen geht nun auch dahin, Menschen in ähnlichen Situationen, von uns als Paar zu erzählen und sie zu ermutigen, dass sie in der Kirche sehr wohl ein Zuhause haben. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es sein kann, als Patchworker im spirituellen Bereich nicht fallen gelassen zu werden.
Christine Weberndorfer. Pfarre Hellmonsödt