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Wie die drei Könige nach Linz gekommen sind

Die Linzer Dompfarre ist die Wiege des Sternsinger-Brauches. Seit nunmehr 70 Jahren singen sie in Linzer Krankenhäusern.
Ausgabe: 51/2011, Drei Könige, Linz, Sternsinger, Brauch, Dompfarre, Jungschar, Kronsteiner, Krippensinger, Unfried
29.12.2011
- Matthäus Fellinger
Als 1954 die Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar offiziell gegründet wurde, waren die Sternsinger in der Linzer Dompfarre schon seit zwölf Jahren unterwegs. Seit 70 Jahren singen sie in Linzer Krankenhäusern. Es war zum Jahreswechsel 1941/42 – mitten im Krieg –, als die Brüder Joseph und Hermann Kronsteiner in der Linzer Dompfarre zum ersten Mal das „Krippensingen“ ins Leben gerufen haben. Das war ein mutiges Zeichen, denn ein neuer religiöser Brauch war bei den Machthabern nicht gern gesehen. In die Krankenhäuser der Barmherzigen Brüder und Schwestern kommen seither an jedem 6. Jänner die Sternsinger. Schon damals wurde in der Dompfarre für Menschen in Not in der Dritten Welt gesammelt. Schon seit sechs Jahrzehnten ist Gebhard Unfried in den beiden Krankenhäuser als Sternsinger unterwegs – immer noch mit den damals von Joseph Kronsteiner komponierten Sternsinger-Liedern. „Es ziehn aus weiter Ferne“ ist das Sternsingerlied schlechthin geworden. In einem einfachen, auf Matrizen vervielfältigten Heftchen hatte Joseph Kronsteiner die eigenen Lieder und andere weihnachtliche Melodien zusammengetragen. „Die Weihnachtsschalmei“ heißt das Heftchen, das Gebhard Unfried wie einen Schatz hütet. Als Volksschüler ist Unfried zu den Sternsingern gestoßen. Der Klang der Lieder in den halligen Räumen des Bischofshofes hatte ihn in den Bann gezogen, als die Sternsinger nach der Krippenandacht im Dom singend zu den Bischöfen hinauszogen. So wurde er zum Sternsinger. In halligen Sälen. Unfried war schon dabei, als in den Krankenhäusern die Patienten und Pa­tientinnen noch in großen Krankensälen untergebracht waren. Für die Akustik war das wunderbar, denn die Lieder entwickelten in diesen Hallen ihren vollen Klang. In den heutigen schallisolierten Räumen ist das nicht mehr so einfach. So nimmt Unfried zu den Kronsteiner-Melodien auch vierstimmige Weihnachtslieder mit ins Programm, die in solchen Räumen eben leichter zu singen sind. Unfrieds Sternsingergruppe setzt sich aus ehemaligen Mitgliedern des Jugendchors zusammen, den er bis in die Achtzigerjahre geleitet hat. So treffen sie sich jedes Jahr wieder. In der Dompfarre selbst wird das Sternsingen von der Dreikönigsaktion der Jungschar betrieben. Kranke sind dankbar für den Besuch der Sternsinger. Gerührt erzählt Unfried, wie er erfahren hat, dass ein todkranker Bub, der auf der Intensivstation lag, bei den Sternsingerliedern die Augen noch einmal geöffnet hat. Das gesammelte Geld übergeben die erwachsenen Sternsinger der Jungschar für die Dreikönigsaktion. „Da vertraue ich ganz, dass es da in den richtigen Händen ist“, sagt er. „Ich möchte einfach selber etwas tun“, sagt Unfried zu seinem Engagement. Spenden ist oft eine sehr anonyme Sache geworden. Nie war er krank, so hat er kein Jahr auslassen müssen. Wie jedes Jahr endet der Dreikönigstag bei der Krippenandacht im Dom. Die Feier wird heutzutage als Dankandacht gefeiert, in die die alten Sternsingerlieder eingebettet sind (17.45 Uhr).
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