„Dieser Mensch. Diese Nähe. Diese Wärme.“ Das war der Eindruck, den Papst Johannes XXIII. beim bekannten Publizisten Hubert Gaisbauer vor 50 Jahren anlässlich einer Begegnung in Rom hinterließ – so prägend, dass er diesem nun ein „Lesebuch“ widmete. Johannes XXIII. könne helfen, „ein wenig vernünftiger mit dem Älterwerden umzugehen“. Am 25. November präsentierte er im Petrinum in Linz sein Buch „Ruhig und froh lebe ich weiter. Älter werden mit Johannes XXIII.“ bei einer Matinee zum 130. Geburtstag von Papst Johannes XXIII. Den Geist der Offenheit, der Toleranz, vor allem des Dialoges und der Achtsamkeit auf die Zeichen der Zeit hin – gelte es auch für unsere Zeit in Erinnerung zu halten, meinte Gaisbauer. „Dein Wille geschehe“ – diese Vater-unser-Bitte sei prägend für das Wirken des Roncalli-Papstes gewesen. Im zweiten Teil des Buches beschreibt der Linzer Liturgiewissenschafter P. Ewald Volgger die Begegnung mit dem wichtigsten Zeitzeugen, dem Sekretär des Papstes Loris F. Capovilla. Bei der Matinee im Petrinum kam auch Bischof em. Maximilian Aichern zu Wort, der den Papst während seines Studiums in Rom erlebt hatte. Johannes XXII. hätte der Kirche einen neuen Stempel aufgedrückt: den des unbedingten Dialogs, meinte Aichern.
- Hubert Gaisbauer. Ruhig und froh lebe ich weiter. Älter werden mit Johannes XXIII., Wiener Dom-Verlag 2011, 256 Seiten.