Die Arbeitsgemeinschaft für Dorfkultur in St. Marienkirchen am Hausruck feiert das 50-jährige Bestehen. Da gibt es viel zu erzählen, viel mehr, als hier wiedergegeben werden kann. Aber ein paar Höhepunkte sollen geschildert werden und so das Ausmaß des Engagements erkennbar machen.
Als Mitte der Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts der jugendliche Rudolf Pumberger (er war später Bürgermeister der Gemeinde) dem Chor der Arbeitsgemeinschaft beitrat, nannten einige Freunde den Chor noch „Keuchhustenverein“. Unter der Jugend war gerade Elvis in und die Beatles kamen in Mode. Da machte ein Chor, der das Volkslied pflegt, bei der Jugend kaum einen Stich.
So war‘s einmal. Die Arbeitsgemeinschaft für Dorfkultur hat seit langer Zeit weit über das Dorf hinaus einen großen Namen. Etwa jede/r zehnte St.-Marienkirchner/in macht bei der Arbeitsgemeinschaft mit, die wie ein Tausendfüßler auf vielen Beinen steht: Chor, Kinderchor, „Singers“, „Ensemble“, „Saitenklang“ und Goldhaubengruppe. Zudem haben Umwelt- und Natur-Engagement sowie die Flur- und Kleindenkmalforschung einen großen Stellenwert.
Als Lehrer ins Dorf gekommen. Als der Volksschullehrer Hans Samhaber 1961 Lehrer im Dorf wurde, wurde er gleich kulturell aktiv. Er begann mit einem Schülerchor, mit dem er auch in der Kirche bei Gottesdiensten mitwirkte, was gut aufgenommen wurde. Den Kirchenchor hat es damals fast nicht mehr gegeben. 1962 fand dann das erste Adventsingen statt – am Kirchenplatz. „Es war sehr kalt“, erinnert sich Hans Samhaber, der bis heute die Arbeitsgemeinschaft leitet, „aber noch immer reden Leute davon.“ Es war so kalt, dass beim Flötenspiel die Töne einfroren. Adventsingen, die besonderen Mundart-Passionssingen, die vielen Aufgaben als Kirchenchor, die Freundschaften mit ausländischen Chören (Lüneburger Heide, Belgien, Polen, Ukraine) samt den gegenseitig gepflegten Besuchskontakten ... das alles macht die Einzigartigkeit des Chores aus. Er ist das Herzstück der Arge für Dorfkultur.
Sozialer Aspekt. Hans Samhaber hat Hirtenspiele geschrieben – insgesamt 13, das jüngste für die Florianer Sängerknaben. Das Texten wie auch das Komponieren ist eine Familien-Ader: Für das Passionssingen steuern die Samhabers mit dem Mundartdichter Josef Kettl die Texte bei und für die „Singers“ haben die beiden Samhaber-Söhne schon viele Lieder geschrieben. Die Singers – mit heute 30 Mitgliedern – begannen vor fast 30 Jahren mit Liedern aus der Gen-Bewegung. Religiöse Musik ist ihr Anliegen. Für alle Aktivitäten gilt, was ein Chormitglied betonte: „Das Wichtigste ist der soziale Aspekt.“ So muss man nicht ein großer Sänger sein, um im Chor gut aufgenommen zu werden.
Zum Thema
Weihnachtsbasar der Arbeitsgemeinschaft für Dorfkultur. Die Arbeitsgemeinschaft für Dorfkultur finanziert ihre Aktivitäten aus dem Erlös des jährlichen Weihnachtsbasars. Dieser findet heuer am Sonntag, 27. November, von 9.15 bis 16 Uhr in der Volksschule statt. 50 Adventsingen. Samstag, 3. Dezember, 20 Uhr, GH Eichmair. Eintritt: € 8,– ; unter 15 Jahren ist der Eintritt frei. Kartenbestellung: Tel. 07753/28 92.