Weil die Stelle der Pastoralassistentin nicht mehr nachbesetzt wurde, Pfarrer Johannes Blaschek nicht in Weibern wohnt und für zwei weitere Pfarren zuständig ist, stand plötzlich die Frage im Raum: Wie geht es in Weibern weiter? Die Pfarre entschied sich für den Aufbau eines Seelsorgeteams.
„Wenn ihr wollt’s, dass ihr eine eigene Pfarre bleibt’s, dann müsst ihr was tun.“ Dieser Satz ist mehrmals bei Besprechungen gefallen, wie das Leben in der Pfarre aussehen kann, wenn keine hauptamtliche Pastoralassistentin mehr da ist. „Das hat mich aufgeweckt“, sagt Franz Stockinger. Der pensionierte Landwirt war immer schon in der Pfarre engagiert, aber die neue Situation war für ihn ein Ansporn, neue Verantwortung zu übernehmen.
Blick in die Nachbarspfarren. Pfarrgemeinderats-Obfrau Annemarie Mielinger erzählt: „Im Sommer 2010 waren wir mit der Frage konfrontiert: Wie können wir die Arbeit in unserer Pfarre auf mehrere Beine stellen, damit wir das künftig ohne einen von der Diözese bezahlten ,Hauptamtlichen’ schaffen.“ Ein Blick in die Nachbarspfarren Meggenhofen und Aistersheim war naheliegend. Dort sind bereits Seelsorgeteams im Einsatz. Bei einem Informationsabend für die ganze Pfarre wurde das Modell Seelsorgeteam näher vorgestellt. „Es war rasch klar, dass das für uns passt“, betont Mielinger. Mit ihr (für Koinonia/Gemeinschaft zuständig und Pfarrgemeinderats-Obfrau) und Franz Stockinger (Caritas) erklärten sich Gertraud Hiegelsberger (Liturgie) und Stefanie Eibelhuber (Verkündigung) umgehend bereit, die Seelsorgeteam-Ausbildung zu beginnen, die sie im Sommer 2011 abschlossen. Pfarrer Blaschek ist froh, dass sich die Pfarre für diesen Weg entschieden hat. In drei Pfarren ist er für knapp 4500 Katholiken zuständig: „Ich könnte mit nur sehr wenigen Menschen vor Ort Kontakt haben. Es braucht das Seelesorgeteam, das die Botschaft des Evangeliums für den Ort Weibern übersetzt.“
Neue Akzente setzen. Im Rahmen der Ausbildung führten die vier Mitglieder des Seelsorgeteams Weibern eine Analyse ihrer Pfarre durch. Gut vorbereitet haben sie ihre Arbeit mit Anfang September 2011 als Team gestartet und sie brauchen nun auch Zeit, bis sie in ihre Aufgaben hineinwachsen. Aber eines steht für sie fest: „Wir wollen nicht nur erhalten, was bisher war, sondern bewusst neue Akzente setzen.“ Ein Schwerpunkt wird das Zugehen auf Menschen sein, die zugezogen sind oder bislang wenig wahrgenommen wurden.
Hintergrund
Die KIZ begleitet das Seelsorgeteam
Am Sonntag, 25. September 2011 wird das Seelsorgeteam Weibern offiziell beauftragt und gesendet. Die KirchenZeitung begleitet das Team fünf Wochen lang. Jedes Mitglied wird Einblick in die Arbeit geben, die es gerade beschäftigt und auf Trab hält. Die Teammitglieder lassen uns nicht nur an den Highlights des Pfarrlebens, sondern auch am Alltags Anteil nehmen. Danke für diese Bereitschaft.
- Pfarrgemeinderatswahl 2012. Durch den Priestermangel stehen in vielen Pfarren Veränderungen an, die besonders für Pfarrgemeinderäte eine enorme Herausforderung darstellen. Wie man damit umgehen kann, zeigt die KIZ, indem sie bis zur PGR-Wahl im März 2012 verschiedene Modelle vorstellt, wie Pfarren geleitet werden können. Die Wahl steht unter dem Motto: Gut, dass es die Pfarre gibt.