Ausgabe: 2011/28, Jugendgewalt, Studie, Jugendbanden, IMAS, Aggression, Gewalt, Land Oberösterreich
13.07.2011
- Paul Stütz
Jugendbanden mit hoher krimineller Energie, Gewalttaten in Schulen und nicht zuletzt die Störaktion von Jugendlichen im KZ Ebensee im Mai 2009. Aufgrund mehrerer Anlassfälle in der jüngeren Vergangenheit ließ das Land Oberösterreich das Phänomen Jugend-gewalt erforschen. Bei der IMAS-Studie wurden 803 Personen im Alter von 10 bis 18 Jahren interviewt. 83 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass sie das Zusammensein mit Altersgenossen als freundschaftlich und friedlich erleben. Gleichzeitig haben jedoch 65 Prozent bereits Erfahrung mit Pöbeleien gemacht. Vier Prozent weisen eine starke Aggressionsbereitschaft auf. Immerhin sind das 6200 Jugendliche in Oberösterreich. Als Hauptgründe für Gewalt gaben die Jugendlichen an: das Abladen von Frust und Aggressionen, die Abneigung zwischen Österreichern und Ausländern sowie Rauflust und Freude am Kräftemessen. Berufstätige Jugendliche und Lehrlinge berichten häufiger als Schüler/innen von Stänkereien und persönlichen Verwicklungen in Raufereien. Jugendliche mit zumindest lockerer Glaubensnähe sind im Vergleich zu weniger religiösen Altersgenossen tendenziell friedfertiger. Dies führen die Studienautoren auf die stärkeren Moralvorstellungen und Wertehaltungen zurück, die Toleranz fördern.