Stiftskirche Waldhausen. An die 300 Pfarrgemeinderäte und Interessierte aus der Region waren gekommen, um am 29. Juni 2011 in der barocken Stiftskirche Waldhausen die Vesper zu beten und zu singen. Im Dekanat Grein ist es Tradition, auf diese Weise das „kirchliche Arbeitsjahr“ ausklingen zu lassen und die Zusammengehörigkeit im Gebet zu fes-tigen. Zur spirituellen Stärkung der Gottesdienstbesucher/innen, aber auch um Impulse für die weitere pastorale Arbeit zu geben, ist immer ein Referent geladen. Heuer kam Franz Schobesberger, Pfarrer in Brunnenthal und für seine Glaubenkurse bekannt.
Die evangelische Sichtweise. Unter dem Thema „Sichtweisen bestimmen und verändern das Leben“ wies er auf den Beginn des Markusevangeliums hin und gab den Text erklärend wieder: „Jesus sagt: Bekehrt euch, ändert euren Blickwinkel und setzt Vertrauen in die gute Nachricht, die heißt: Ihr seid von Gott bedingungslos geliebt.“ Pfarrer Schobesberger rief auf, sich diese Sichtweise Jesu zu eigen zu machen – im persönlichen Leben, in Kirche und Gesellschaft. Er plädierte, dass jeder Mensch sein Leben mit dem Blick Jesu anschauen sollte. Dann wird er merken, dass Perfektion keine Tugend, sondern ein Wahn ist. Wie jeder Baum ein Wunder ist, so ist doch keiner perfekt gewachsen: „Wir können uns in den Spiegel schauen und beten: Es blickt mich an die Herrlichkeit Gottes. Herr, ich lobe dich.“ Im Blick auf Fehler und Krisen meinte Pfarrer Schobesberger, dass sie als Chance genützt werden sollten, Sichtweisen zu ändern und offen für Erneuerung zu werden.