Tanzen, Lachen, „verrückt sein“: Die Pfarre Pinsdorf (Bezirk Gmunden) überrascht mit einem unkonventionellen Zugang zum Pfingstfest. Durch eine Kabarettveranstaltung und einen getanzten Gottesdienst soll die wunderbare Leichtigkeit des Glaubens vermittelt werden.
Das Kirchenjahr war anstrengend, die ersehnten Sommerferien stehen schon vor der Tür und irgendwie soll jetzt auch noch Pfingsten gefeiert werden. Typisch sei es, dass Pfarren diesem eigentlich wichtigen Fest deshalb relativ wenig Beachtung schenken, meint Gerhard Pumberger: „Symbolisch gesprochen geht es den Bach runter, wenn man gedanklich schon mehr beim Pfarrfest zum Jahresabschluss ist“, sagt der Pfarrassistent von Pinsdorf. Pumberger will es anders machen und die große Chance von Pfingsten nutzen. „Das Feuer von Ostern muss weitergehen.“ Deshalb will er zu Pfingsten mit einem dreitägigen Fest neue Akzente setzen. Geplant ist, die Symbole Wort, Feuer und Bewegung lebendig zu deuten.
Humor statt Griesgrämigkeit. Am Freitag des Pfingstwochenendes gibt es zum Übertitel „Wort“ eine Kabarettveranstaltung. „Das Lachen und das Befreiende sollen gerade in der Kirche ihren Platz haben“, erklärt Pumberger. „Der Glaube muss was Leichtes sein, das Leben ist eh schon schwer genug.“ Mit Humor sei die Frohe Botschaft auf jeden Fall besser rüberzubringen als mit der oft vorherrschenden Griesgrämigkeit in den Kirchenbänken.
Feuer zu den Leuten tragen. Am Samstag feiert die Gemeinde dann eine Pfingstvigil in der Pfarrkirche. Anschließend wird das Pfingstfeuer am Kirchenplatz entzündet und von Firmlingen und Erwachsenen in die verschiedenen Ortschaften von Pinsdorf getragen, damit die Leute zusammenkommen können und auf die Kirche aufmerksam werden. Leitidee dahinter ist ein Ausspruch des Konzilspapstes Johannes XXIII.: „Tradition heißt, das Feuer hüten, nicht: die Asche aufbewahren. Ohne heilige Verrücktheit kann die Kirche nicht wachsen.“ Den Abschluss des Pfingstwochenendes bildet der Sonntagsgottesdienst, in dem die Bewegung im Mittelpunkt steht. Die Ballettgruppe Neoba aus Linz wird mit Tänzen die Messe gestalten und so der Lebensfreude und der göttlichen Inspiration Ausdruck verleihen. Denn wie Gerhard Pumberger betont: „Tanz ist eine uralte Gebetsform.“
Erfolgreiches Pinsdorfer Konzept. 2010 fand diese besondere Form der Pfingstfeiern in Pinsdorf zum ersten Mal statt. „Bei den Leuten kam das gut an“, betont Pumberger. Interessantes Detail ist zudem, dass die drei-tägige Veranstaltung unter anderem vom Verein „Freunde der Pfarre Pinsdorf“ organisiert wird, in dem auch manche Ausgetretene wieder einen Zugang zur kirchlichen Gemeinschaft finden.
- Pfingstwochenende in Pinsdorf: „Heiße Luft, das heißeste Kabarett seit der Klimaerwärmung\", Fr., 10. Juni, um 20 Uhr, Karten: Tel. 0676/87 76-52 93; Pfingstvigil, Sa., 11. Juni, 19 Uhr, Pfarrkirche; Pfingstgottesdienst mit Ballettgruppe Neoba am So., 12. Juni, um 9.15 Uhr.