Rund 11.000 Kinder feiern heuer in Oberösterreichs Pfarren Erstkommunion. In den meisten Gemeinden führt es auch viele der kirchlich Fernstehenden wieder in die Gotteshäuser führt. Deutlich rückläufig ist die Zahl der jungen Katholiken jedoch in manchen Stadtpfarren wie Linz-Kleinmünchen.
Es sind Zahlen, um die Pfarrer MMag. Klaus Dopler wohl von vielen beneidet wird. 150 Kinder gehen in der größten Pfarre Oberösterreichs, Gallneukirchen, heuer zur Erstkommunion. Die Zahl blieb in den letzten Jahren relativ konstant. Auf mehrere Termine teilt Pfarrer Dopler die Erstkommunionfeier deshalb ein: „Dass alle auf einmal feiern, dafür ist die Kirche einfach zu klein.“ Ganz andere Sorgen hat Pfarrer Franz Kastberger in Linz-Kleinmünchen. Der Zuzug andersgläubiger Familien führt neben dem Rückgang der Geburtenzahlen dazu, dass die Zahl der Erstkommunionkinder in Kleinmünchen über die letzten Jahre deutlich rückläufig ist. Nur 16 Kinder besuchten die heuer am 15. Mai in Kleinmünchen stattgefundene Erstkommunion. Die Feiern stellt Kastberger dennoch nicht in Frage: „So lange ich Pfarrer bin, wird es bei uns Erstkommunionen geben“, sagt der 65-jährige Priester.
Weniger Glaubenswissen. Insgesamt betrachtet ist die Erstkommunion in Oberösterreichs Pfarren ein großes Gemeinschaftsfest. Was wohl auch daran liegt, dass es Eltern selbst dann wichtig ist, dass ihre Kinder die Erstkommunion besuchen, wenn sie selber aus der Kirche ausgetreten sind. Besonders die kirchliche Sozialisation, die in der Bevölkerung rückläufig ist, führt jedoch zu neuen Anforderungen an die Vorbereitung. „Das Glaubenswissen ist weniger geworden“, sagt Kinderpastoralreferentin Mag. Maria Eichinger. Deshalb müsse man auch bei vielen Tischeltern die Grundbegriffe ausführlicher erklären als früher. In Gallneukirchen gibt es zu diesem Zweck eine Kirchenführung für sämtliche Eltern. Was in vielen Pfarren von Jahr zu Jahr stark variiert ist zudem die Bereitschaft, „Tischeltern“ zu sein. Gleich wie immer ist, dass vorwiegend Mütter diese Funktion einnehmen.
Verhaltensregeln einfordern. Beim Erstkommunionfest selbst empfiehlt Maria Eichinger den Pfarren Gastfreundlichkeit gegenüber der Gruppe der kirchlich Fernstehenden. Verhaltensregeln solle man schon vor der Messe einfordern. „Es ist sinnvoll, wenn es neben dem Pfarrer Personen gibt, die sich um den Ablauf der Feier kümmern und zum Beispiel am Anfang der Messe daran erinnern, das Handy auszuschalten“. Damit das Fest entspannt gefeiert werden kann, sollen die Pfarren zudem nicht sämtliche Energie in die Erstkommunion stecken und die Erwartungen damit ins Unermessliche steigern. Wenn eine Pfarre das ganze Jahr über auf kindgerechte Liturgie achtet und Kinder auch in die Sonntagsmesse einbindet, hat sie mehr getan, als wenn sie nur ein einmalig tolles Fest vorbereitet hätte, betont Eichinger.