Die Pfarre Steyr-Resthof ist eine Mischung aus Wohn- und Beziehungspfarre. Neben den Leuten, die direkt zum Pfarrgebiet gehören, wird die Gemeinde von Menschen mitgetragen, die auch nach Wegzug in benachbarte Stadtteile ihre pfarrliche Verankerung hier nicht aufgeben.
Die Franziskuskirche in Steyr-Resthof gilt als wegweisender Bau eines Gotteshauses. „Ein gut gestalteter Kirchenraum fördert den Kirchenbesuch“, freute sich Pfarrer Pater Josef Essl kurz nach der Errichtung im Jahr 2001. Die Anzahl der Kirchgänger/innen nahm durch die Übersiedelung von Pfarrsaal in den mehrfach preisgekrönten Neubau sichtbar zu. Wie geht es der Pfarre da eigentlich zehn Jahre später? Ein Blick in die Kirchenstatistik lässt eine eher düstere Situation vermuten. Seitdem die Kirche 2001 eingeweiht wurde, ist die Katholikenzahl in Steyr-Resthof überdurchschnittlich stark um ein Viertel geschrumpft: von 2433 im Jahr 2000 auf 1840 im Jahr 2010. Neben den Austritten liegt das daran, dass vermehrt Muslime in den von günstigen Mietwohnungen dominierten Stadtteil (5000 Einwohner) ziehen und Katholiken tendenziell absiedeln. Dennoch ist die Pfarre im Norden von Steyr nach wie vor aktiv und lebendig, wie Pater Josef Essl berichtet. So kann etwa zum Jubiläumsfest am 15. Mai die beachtliche Zahl von 150 ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen eingeladen werden. „Die Pfarre ist eine Mischung aus Wohn- und Beziehungspfarre“, sagt Essl. Neben den Leuten, die direkt zum Pfarrgebiet gehören, wird die Gemeinde von Menschen mitgetragen, die auch nach Wegzug aus Steyr-Resthof in benachbarte Stadtteile ihre pfarrliche Verankerung hier nicht aufgeben. Und nach wie vor hat der Kirchenraum eine große Anziehungskraft. So kommt an Sonntagen ein für Stadtpfarren relativ hoher Prozentsatz von neun Prozent Gottesdienstbesucher/innen zustande (rund 150 Personen).
Anknüpfungspunkt für Ausgetretene. „Wir beschäftigen uns nicht nur mit denjenigen, die als Katholiken zu unserer Pfarre zählen“, erzählt Essl. Durch Taufen und Erstkommunion ihrer Kindern kommen auch ausgetretene Eltern in Kontakt mit Kirche. Besonders für diese Menschen ist es sehr wichtig, dass es eine Pfarre im Stadtviertel gibt. Zudem ist die Pfarre der Ort der Kommunikation und Integration in Resthof. „Besonders bei ausländischen Christen gelingt uns die Integration sehr gut“, sagt P. Josef Essl. Man wolle aber auch mit Muslimen eine Atmosphäre des Miteinanders schaffen, wozu der in Resthof immer am vierten Adventsonntag gefeierte Integrationssonntag zählt.
- Festgottesdienst anlässlich zehn Jahre Kirchweihe Steyr-Resthof mit Bischof em. Dr. Maximilian Aichern am Sonntag, 15. Mai, um 9.30 Uhr.