Zum 43. Mal trafen am 27. April im Stift Reichersberg Seelsorger/innen von diesseits und jenseits des Inns zum jährlichen gemeinsamen Nachmittag zusammen. Prälat Johann Marböck referierte zum Psalmengebet.
Dürfte er auf eine Reise nur ein Buch mitnehmen, er würde das Buch der Psalmen wählen: So leitete Kanonikus Prälat Dr. Johann Marböck, emeritierter Universitätsprofessor, sein Referat vor den oberösterreichischen und bayrischen Seelsorger/innen ein. Er rühmte die tiefe Dimension der Psalmen und nannte mit Verweis auf Martin Luther den Psalter „eines der wenigen Bücher, in denen man sich restlos unterbringt“. „Wie ein Garten trägt der Psalter die Früchte der übrigen Bücher in sich“, zitierte Marböck den griechischen Kirchenvater Athanasius.
Im Strom der Psalmen. „Das Psalmengebet – ein Strom, der trägt und verbindet“ – Marböck wies entsprechend diesem Vortrags-Titel darauf hin, dass sich die Kirche dem Strom anschließen kann, der sie, das Judentum und Jesus verbinde. Der Psalter sei eine „große Ökumene des Gebets“. Das Buch der Psalmen, das Marböck empfahl, einmal als Buch fortlaufend zu lesen, habe eine große Architektur, hier stünden nicht Kraut und Rüben durcheinander. Vielmehr „sind die Psalmen ein gepflegter Garten“. Die Psalmen 1 und 2 nannte Marböck das Eingangstor zum Psalter. Es folgen Not und Klage, um in ein universelles Gotteslob zu münden: „Alles, was Odem hat, lobe den Herrn.“
Sprechend lesen. Marböck rät, die Psalmen sprechend zu lesen, zu wiederholen, auswendig zu lernen, zu meditieren. Er wünscht sich, dass sie mehr in die kirchliche Praxis Eingang finden, etwa durch Antwortpsalmen (Zwischengesang) in den Messen. Hilfreiche Materialien zum Psalmengebet seien z.B. der Stuttgarter Psalter von Erich Zenger und die Mappe „Gebet/Spiritualität“ der Linzer Fernkurse, die das Heft „Mit Israel beten: Die Psalmen“ beinhaltet (Behelfsdienst der Diözese, 30 Euro).