Verfallene Denkmäler, verwaiste Kleinode. Wer soll sich um all das kümmern – in Zeiten des Sparens? Um die Lebensqualität eines Ortes zu erhalten und zu verbessern, ist eigenes Engagement der Bewohner/innen mehr denn je gefragt. Wie das funktionieren kann, zeigt das Beispiel Aschach an der Donau.
„Offen, herzlich, freundlich, einfach herrlich.“ Wenn die Rede auf Aschach und seine Bewohner/innen kommt, geraten Hilde und Dr. Adolf Golker schnell ins Schwärmen. Seit zehn Jahren lebt das pensionierte Ehepaar in dem malerischen Ort an der Donau. Damit die 2200-Seelen-Gemeinde noch schöner wird, setzt sich Adolf Golker als Obmann im Verein Lebenswertes Aschach ehrenamtlich ein. Ausgangspunkt des Engagements war, dass sich nötige bauliche Erneuerungen in der Gemeinde relativ lange zogen. „Zu sagen: ,Das machen wir jetzt einfach’, spielt es bei den Gemeinden nicht mehr“, weiß Adolf Golker.
Strahlender Nepomuk. Was der 60 Mitglieder zählende Verein dagegen möglich macht, zeigt ein Rundgang mit dem Ehepaar Golker durch den Ort. Zwischen Pfarrkirche und Donau lässt der Sonnenschein die restaurierte Nepomukstatue in grellem Weiß erstrahlen. Kaum vorstellbar, dass das Denkmal noch vor einem Jahr komplett unansehlich war. Jetzt ist es zu einer kleinen, von Radtouristen gern abfotografierten Sehenswürdigkeit avanciert. Bis auf die fachkundige Restaurierung enstanden keine Extra-Kosten betont Adolf Golker. „Von ein paar Leuten kam die Kritik, dass wir uns auf die heiligen Sachen konzentrieren“, erzählt Hilde Golker, die den Verein vor allem in Belangen der Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. „Wir sind aber eben eine abendländische Kultur“, erklärt Adolf Golker. So ist es ganz nomal, dass eine ganze Reihe von Kapellen und Marterln in den letzten Jahren restauriert wurden.
Großer Rückhalt. Dennoch sind es bei Weitem nicht nur die „heiligen Dinge“, die für den Verein Lebenswertes Aschach wichtig sind. Auf Anregung des Vereins kümmert sich die Hauptschule des Ortes um den Erhalt eines kleinen Biotops ganz in der Nähe der Nepomukstatue. Hilde Golker: „Die Schüler sind an der frischen Luft und tun etwas für die Allgemeinheit. Das ist perfekt.“ Auch im Zentrum der Ortschaft gibt es genug zu tun. Etwa bei der Lederergasse. Wo noch vor ein paar Jahren das Gras zwischen den Häusern wucherte, ist jetzt ein nettes, asphaltiertes Weglein entstanden. „Eine Anrainerin hat mir nachher spontan einen Blumenstrauß geschenkt und gesagt, dass sie sich jeden Tag über die erneuerte Gasse freut“, berichtet Hilde Golker. Das Engagement des Vereins verändere den Geist in der Gemeinde. Nicht nur die Bereitschaft für Spenden zur Ortverschönerung ist sehr hoch. Hilde Golker: „Viele Leute packen selbst mit an, sogar der Bürgermeister nimmt einen Fetzen in die Hand, wenn es nötig ist.“