„Es war das einschneidendste Glaubenserlebnis, das ich je gehabt habe“, sagt Reni Hochrathner aus Leonstein. Sie hat ein zehnteiliges Glaubensseminar bei Regionaldiakon Carlo Neuhuber mitgemacht.
Weil das Glaubensseminar ihrem Mann gefallen hat, darum hat Reni Hochrathner bei der nächsten Gelegenheit auch teilgenommen. Das war im Herbst 2010. Dass man für längere Zeit einen festen Termin hat, war für die studierte Biologin Hochrathner, die mit ihrem Mann Peter ein technisches Büro betreibt und einen dreieinhalbjährigen Sohn hat, kein Problem. Die einzelnen Seminarabende waren so spannend, dass man sich von einem auf das andere Mal einfach gefreut hat, sagt sie. Dabei ging es nicht um die Vermehrung des Glaubenswissens, sondern um einen geistlichen Prozess. Glaube und Leben. Entscheidend war für sie zu entdecken, dass Glaube nicht ein Teil des Lebens neben anderen, neben Arbeit, Beruf und Familie, ist, sondern die Mitte: „Das versuche ich im Leben umzusetzen. Wenn ich zum Beispiel ein schwieriges Telefonat mit einem Kunden habe, bitte ich Gott, dass er mir die richtigen Worte gibt. Ich mache dabei die Erfahrung, dass das Vertrauen auf Gott Stress und Druck nimmt.“ Das Glaubensseminar versteht sich als gemeinsamer Lern- und Übungsweg mit dem Ziel des Gottvertrauens. Für Reni Hochrathner stand am Abschluss des Seminars auch eine Lebensübergabe an Gott. Mut zur Stille. Ein Angelpunkt des Glaubenskurses ist Einübung in eine tägliche Viertelstunde der Stille. Carlo Neuhuber macht Mut, das auszuprobieren: „Einfach in Stille vor Gott da sein und ihn bitten, dass er uns verwandelt.“ Seit 18 Jahren bietet er im Dekanat Molln jährlich zwei bis drei Glaubensseminare an. Mitgetragen werden die Seminare jeweils von bis zu 20 Menschen aus der Pfarre, die das Glaubensseminar veranstaltet. Sie begleiten die Teilnehmer/innen im Gebet. „Wer die Kraft dieser Viertelstunde Stille einmal erfahren hat, möchte sie nicht mehr missen“, erzählt Birgit Ploderer, ebenfalls eine Seminarteilnehmerin in Leonstein. Sie steht dafür früher auf, setzt sich auf die Wohnzimmerbank und kostet das Dasein vor Gott aus. So wie für sie der Kaffee in der Früh dazugehört, so auch die Zeit der Stille: „Der Tag fängt damit besser an.“ Das Glaubensseminar war für sie – mit ihren eigenen Worten – ein Schubs in die richtige Richtung: „Dass mir etwas fehlte, wusste ich. Jetzt ist mir klar, dass der Glaube mein Weg ist, und das tut mit gut.“ Reni Hochrathner lebt mit ihrem Mann Peter und ihrem Sohn auf einem Biobauernhof in Leonstein. Das Glaubensseminar, das sie bei Diakon Carlo Neuhuber besucht hat, war für sie ein nachhaltiger Impuls zu einem Leben aus dem Glauben. Sie lernte dabei auch die Bibel neu schätzen.