Die Gräber des jüdischen Friedhofs der kleinen Stadt Rosenberg an der Moldau, nur wenige Kilometer von Krumau entfernt, wären vermutlich noch immer von Gestrüpp überwuchert, hätte sich nicht der Linzer Verein „Wider das Vergessen“ vor einem Jahrzehnt um die Sanierung angenommen. Nach der Rodung der Sträucher und dem Aufrichten der Grabsteine konnte nun die Außenmauer befestigt werden. Für ein neues Tor werden noch Sponsoren gesucht.
Die heute nur mehr 328 Bewohner/innen zählende Stadt Rosenberg beherbergte jahrhundertelang eine jüdische Gemeinde, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts 80 Mitglieder und sogar einen eigenen Rabbiner hatte. Zu Oberösterreich hat Rosenberg eine besondere Verbindung. Seit der Vertreibung in der frühen Neuzeit war es Juden erst ab 1850 wieder erlaubt, sich in Oberösterreich dauerhaft niederzulassen, Friedhöfe anzulegen blieb ihnen aber noch mehr als zwei Jahrzehnte hindurch verboten. So mussten Oberösterreichs Juden ihre Verstorbenen außerhalb des Landes beerdigen – eine perfide Form des Antijudaimus. Der dem Raum Linz nächstliegende Friedhof war im böhmischen Rosenberg.
Der Sozialethiker Severin Renoldner (links) sowie der Künstler- und Akademikerseelsorger Peter Paul Kaspar vom Verein „Wider das Vergessen“ setzen sich seit 1999 mit Erfolg für den Erhalt des jüdischen Friedhofs im südböhmischen Rosenberg ein.