Pfarren der Steyrer Stadtmitte sollen Verwaltung vereinen
Die Pastoral in den Kirchen der Steyrer Stadtmitte steht vor neuen Herausforderungen
Ausgabe: 2011/11, Pfarren, Steyr, Kirchen, St. Michael, Pastoralkonzept
16.03.2011
Über die pastoralen Angebote in der Innenstadt von Steyr und die künftigen Herausforderungen tauschten sich die Seelsorger von Stadtpfarrkirche, Marienkirche und Pfarrkirche St. Michael aus. Einige Blitzlichter aus dem Gespräch.
Ein weit über die Stadt hinaus bekanntes kirchliches Zentrum von Steyr ist die Marienkirche. Sie ist den Jesuiten anvertraut und wird als Beichtkirche sehr geschätzt. P. Erich Drögsler, P. Josef Pilz und P. Paul Mühlberger setzen darüber hinaus Initiativen zur Glaubensvertiefung sowie zu Kultur und Glaube. Sie laden zu Bibelarbeiten, Exerzitien im Alltag, zur Eucharistischen Anbetung und zum Gebet um Heilung und stoßen damit auf gutes Interesse. Leute, die mehr suchen als eine Pfarre bieten kann, finden bei den Jesuiten Ansprechpartner. Es gibt aber auch Menschen, die weniger suchen, als einem die Pfarre bieten kann. Leute, die nicht wissen, welcher der neun Steyrer Pfarren sie angehören, aber dennoch ihr Kind taufen lassen wollen, suchen einen schönen – das heißt traditionellen – Kirchenraum. Dabei stoßen sie häufig auf die Barockkirche St. Michael, erzählt Diakon Erich Hintersteiner. Zusätzlich ist durch Pfarrer Alexander Kronsteiner, der seit vier Jahrzehnten in St. Michael wirkt, für viele die Michaelerkirche eine erste Adresse. Das Kennzeichen der Stadtpfarre ist der berühmte, auch für den Tourismus attraktive aber – renovierungsbedürftige – gotische Kirchenbau. Wegen der immensen Renovierungskosten müssen Tempo und Umfang der Erneuerung aber sorgfältig geplant werden.
Schwerpunkte. Die drei Kirchen des Steyrer Stadtzentrums sind nur zehn Gehminuten voneinander entfernt. An einem Sonntag Vormittag kann man sechs Gottesdienste besuchen. „Wir brauchen in der Stadtmitte Abstimmung und Schwerpunkte.“, sagt Dechant Ludwig Walch. Schon deshalb, weil alle Priester älter als 70 Jahre sind. Konkret könnte das heißen, dass die Verwaltung von Stadtpfarre und Michaelerpfarre zusammengelegt werden. Die Gottesdienste an den Kirchen sollten sich aber deutlicher als bisher unterscheiden. Die Michaelerkirche hat seit Jahren schon einen Schwerpunkt durch ihre Messen mit klassischer Musik. Das könnte verstärkt werden. Die Marienkirche könnte zur „Leute-Kirche“ werden und die Stadtpfarrkirche zu einer Jugendkirche. Aber das ist wirklich Vision, so der Dechant.
Pastoralkonzept. Wohin die Entwicklung in der Steyrer Stadtmitte gehen wird, ist offen, dass es aber in den kommenden Jahren zu einer Veränderung kommen wird, liegt auf der Hand. „Ein Pastoralkonzept steht an“, betont Franz Schmidsberger. Er ist als Pastoralassis-tent unter anderem für „innovative Projekte“ verantwortlich. Dazu gehören das Gespräch Christentum-Islam, die lange Nacht der Kirchen und vieles mehr. Schmidsberger macht auch auf die Angebote in der Stadtmitte außerhalb der Kirchengebäude aufmerksam: auf das Jugendzentrum „Gewölbe“, das Bildungszentrum Dominikanerhaus und das Integrationsbüro Paraplü: „Man darf nicht übersehen, dass hier viel wächst.“ P. Drögsler bringt darüber hinaus die Ökumene – auch mit den Freikirchen – ins Gespräch: „Ökumene muss in einer Stadtpastoral Priorität haben.“ Im Gespräch über die Pastoral: Dechant Ludwig Walch, Pastoralassistent Franz Schmidsberger, P. Paul Mühlberger SJ, P. Erich Drögsler SJ, Pfarrer Roland Bachleitner (Stadtpfarre) und Diakon Erich Hintersteiner (St. Michael).