Die Pfarre Laussa ist keine Gründung der Obrigkeit, sondern der Leute. Von den Gründstücken bis zur Errichtung von Kirche, Pfarrhof und Friedhof lag der Aufbau der Pfarre in den Händen der Bevölkerung. 1870 wurde Laussa zu einer eigenen Pfarre.
Das Startkapital für den Bau einer Kirche hat die Pfarre einem Zufall zu verdanken, der wie ein Märchen klingt. Ein Bauer stieß vermutlich beim Pflügen auf dem Feld auf ein Kästchen. Als er es öffnete, war es voll mit Münzen. Das Geld wurde vermutlich zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Zeit der Franzosenkriege vor plündernden Soldaten vergraben. Der Finder wollte den Schatz nicht für sich behalten. Mit diesem Betrag und weiteren Spenden konnte man eine „große Kapelle“ errichten, die 1843 von Bischof Ziegler eingeweiht und bald erweitert wurde. 1864 bauten die Bewohner von Laussa einen Pfarrhof, dann folgte ein Friedhof, sodass 1870 einer Abtrennung von Losenstein und der Erhebung zur Pfarre nichts mehr im Wege stand. Turm, Glocken, Orgel und Kirchenstühle kamen Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts hinzu.
Wurzeln stärken. Dieser Einsatz für die Pfarre hält bis heute an, das zeigen die 8600 freiwilligen Arbeitsstunden, die in das neue Pfarrzentrum investiert wurden. Nach dieser intensiven Bauphase möchte Pfarrassistent Diakon Karl Karrer wieder die spirituelle Vertiefung in den Blickpunkt rücken. Das 140-Jahr-Jubiläum ist für ihn ein guter Anlass: „Wir brauchen eine Besinnung auf unsere geschichtlichen Wurzeln und auf die Glaubenswurzeln.“