Das Fenster heißt „Engel des Sehens“. Es ist ein Geschenk Gottes, dass Menschen sehen können, so die Botschaft des Kunstwerks.
Mit einem Deckenfresko in der Kirche Steinbach hat Anfang der 1950-er-Jahre der Künstler Franz Weiss (Steiermark) sein Wirken begonnen, seit Kurzem schmücken nun zehn Glasfenster des bald Neunzigjährigen die Pfarrkirche.
In seiner Heimat Steiermark sind an über 200 Orten Arbeiten von Franz Weiss zu sehen, 2006 wurde seine Darstellung der Heiligen Familie als Weihnachtsmarke gedruckt. Realistische, aber doch reduzierte Formen und keine Scheu vor aktuellen Bezügen sind Kennzeichen seines Werks. Zehn Glasfenster von Weiss, davon vier Heiligen- und sechs Engelmotive, geben der Kirche von Steinbach eine neue Atmosphäre, sie ergänzen seine bereits bestehenden Arbeiten, überdecken sie aber nicht: Die Helligkeit der einfachen josefinischen Kirche blieb erhalten, farbige Figuren beschränken sich auf den oberen Teil der Fenster.
Mit den Sinnen. Auf den Fenstern sind Hildegard von Bingen, Christophorus, Petrus und Paulus sowie sechs Engel zu sehen, die biblische Erzählungen mit menschlichen Erfahrungen in Beziehung setzen. So geht es beim Engel, der den Frauen das leere Grab Jesu deutet, um das Hören und beim Kampf Jakobs mit einem Engel um das Tasten und Spüren. Auf der Orgelempore sind jetzt auch zwei Bildtafeln von Weiss zu sehen, die die Geburt Christi und die Flucht nach Ägypten zeigen.