Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat dramatische Erschütterungen ausgelöst. Die „Ökumenische Sommerakademie“ im Stift Kremsmünster vom 14. bis 16. Juli fragt nach den Ursachen und Folgen.
Sehr oft und sehr rasch werden diese Fragen mit dem Hinweis auf die Gier von Managern und auf skrupellose Machenschaften weltweit agierender Konzerne und Banken beantwortet. Die Forderung nach sozialer Gerechtigkeit gilt innerhalb einer Volkswirtschaft ebenso wie im weltweiten Verhältnis zwischen Staaten und Kontinenten. Aber auch wenn ethische Normen für die Wirtschaft nicht anerkannt werden, bleibt die Frage, ob das System nach seinen bisherigen Regeln auch weiterhin funktionieren kann. Das Selbstverständnis der „Ökumenischen Sommerakademie“ war von Anfang an, Fragen zu behandeln, auf die die Menschen Antworten von den Religionen erwarten. Ebenso war es von der ersten Veranstaltung im Jahr 1999 an selbstverständlich, diese Fragen nicht nur aus theologischer Sicht zu beleuchten, sondern Wissenschaftler des jeweils behandelten Themenkreises einzubeziehen. br>Zum Auftakt der „Ökumenischen Sommerakademie“ referieren zwei prominente Kontrahenten aus Österreich. Erich W. Streissler vertritt als einer der führenden österreichischen Wirtschaftstheoretiker eine „wertfreie Ökonomie“, fordert aber ein Umdenken im Hinblick auf die Umwelt- und Klimaprobleme. Eine Wirtschaft ohne Ethik kritisiert hingegen der Theologe und Ökonom Herwig Büchele. Der Linzer Wirtschaftsprofessor Teodoro D. Cocca wird am zweiten Tag anhand der aktuellsten Entwicklung die Gesetzmäßigkeiten der internationalen Finanzwirtschaft analysieren.Es folgen Vorträge des evangelischen deutschen Nationalökonomen Hans Diefenbacher und der Vizepräsidentin der Europäischen Armutskonferenz Michaela Moser. Zu den prominenten Referenten gehört auch der frühere evangelische Bischof von Berlin-Brandenburg, Wolfgang Huber. Mit dem Eintreten der Kirche Lateinamerikas für die Armen beschäftigt sich Bischof Richard Weberberger von Barreiras in Brasilien.
- Anmeldungen beim ORF Oberösterreich unter Tel. 0732/69 00-248 13 oder unter E-Mail: landesdirektion.ooe@orf.at bzw. der Adresse Europaplatz 3, 4021 Linz. Teilnahmegebühr: Euro 50,–. Veranstalter: ORF OÖ zusammen mit Einrichtungen der Ökumene, Land OÖ, Stift Kremsmünster und der KirchenZeitung.