Traditionell wird bei den drei Bittagen vor Christi Himmelfahrt für eine ertragreiche Landwirtschaft gebetet. In Gallneukirchen weicht man davon etwas ab und besucht jedes Jahr einen Wirtschaftsbetrieb zur Bittprozession.
Die Bitttage haben ihren Ursprung im Frankreich des 5. Jahrhunderts. Nach Erdbeben und Missernten ließ Bischof Mamertus von Lyon die Menschen fasten und büßen, um für eine gute Ernte zu sorgen. In ländlichen Gemeinden hält sich dieses Brauchtum bis heute. An den drei Tagen vor Christi Himmelfahrt pilgern die Gläubigen in die umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Beten bei Installateur und Fahrschule. In Gallneukirchen weicht man seit rund zwei Jahrzehnten ein wenig von der ursprünglichen Idee ab. Die Pfarre nimmt den zweiten dieser Bitttage als Anlass, in einen der Betriebe in Gallneukirchen zu gehen, um dort für „Gute Arbeit“ zu bitten. In Form eines Gottesdienstes werden damit die Arbeitsbedingungen thematisiert. „Das Reizvolle daran ist es, sich auf den Weg zu machen – die Kirche zu verlassen und sich dort mit dem Thema auseinanderzusetzen, wo die Arbeit passiert, nämlich in den Betrieben“, sagt Veronika Minichberger, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Pfarre Gallneukirchen. Die Stimmung ist eine Besondere, wenn man Gottesdienst feiert in der Lagerhalle eines Dachdeckers oder im Einkaufszentrum. Letztes Jahr wurde der Installateurbetrieb Tschernuth besucht, heuer stand eine Prozession zur Fahrschule Mayr am Programm.