Der Sozialethiker Herwig Büchele sieht einen massiven „missionarischen“ Atheismus heraufziehen. Innviertler und Bayerische Seelsorger setzten sich damit im Stift Reichersberg auseinander.
Mit dem Primiz-Segen durch den Neupriester Markus Grasl schloss der nachmittägige Gottesdienst zum diesjährigen „Reichersberger Priestertreffen“ am 28. April. Grasl war am Ostermontag in der Stiftskirche durch den Kärntner Bischof Alois Schwarz geweiht worden. Die beiden stammen aus Pitten in der Buckligen Welt. Am 18. April hatte Grasl in Kirchdorf am Inn die Primizmesse gefeiert. Das Thema des diesjährigen Reichersberger Priestertreffens stand dem schönen Kirchenfest nahezu entgegen: Das Augenmerk galt dem Trend zu einem wachsenden und zunehmend aggressiver werdenden Atheismus. Der bekannte Sozialethiker P. Herwig Büchele sprach bei der Begegnung zu seinem erst am Montag der Vorwoche im Linzer Priesterseminar präsentierten Buch „Gott finden. Christliche Positionen versus atheistische Lebensentwürfe“. Büchele stellt in der Gesellschaft heute einen „missionarischen“, bewusst geschürten Atheismus, fest. In der heutigen Zeit, so Büchele, bewegt die Menschen weniger die Frage, wie man Gott finden könne. Vielmehr habe sich Gott angesichts des Bösen in der Welt zu „rechtfertigen“.Doch die Kirche müsse sich von den Kritikern auch befragen lassen: „Wenn Jesus heute in unsere Diözesen käme oder unangemeldet im Vatikan auftauchen würde, welche Reaktion würde er wohl auslösen?“ Die Antwort ließ Büchele offen. Dem Atheismus von heute stellte Büchele das Gottesbild entgegen, in dem das Böse durch das Leiden Jesu aufgehoben wird. Dies glaubhaft darzustellen wird auch Herausforderung an Neupriester Markus Grasl sein.