Arbeitslosigkeit ist ein Tabuthema, Betroffene werden von der Gesellschaft stigmatisiert. Mit der Initiative „Spielfeld“, startet die Pfarre Andorf einen Treffpunkt, bei dem arbeitsuchende Jugendliche so angenommen werden, wie sie sind.
Während an den Börsen längst wieder Rekordgewinne gescheffelt werden, sieht es am Arbeitsmarkt nicht ganz so rosig aus. Immer mehr Menschen sind vom Schicksal Arbeitslosgkeit betroffen. In der Innviertler 5000-Einwohner-Gemeinde Andorf stehen allein im März 2010 50 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren ohne Job da. Der Kinder- und Jugendausschuss der Pfarre nimmt sich dieser Not an und startet den Treffpunkt Spielfeld ab 5. Mai im Pfarrheim. „Wir werden schauen, dass die Betroffenen das Beste aus der Situation machen können“, verspricht Projektleiter Reinhard Wimmer. Der Pastoralassistent möchte den Jugendlichen ihre Talenten aufzeigen und versuchen, die passende Unterstützung zu vermitteln. Reden über ein Tabuthema. Im Vordergrund steht aber, dass sich die Arbeitslosen ihren Frust von der Seele reden und sich mit Gleichbetroffenen austauschen können. Denn gerade am Land bricht man nur allzu gerne den Mantel des Schweigens über das Thema Arbeitslosigkeit. „Es ist ein Tabu. Wer ohne Job ist, muss sich ständig rechtfertigen“, sagt Wimmer. Mit dieser Initiative Spielfeld und dem Angebot des begleitenden Treffpunkts wolle man dem entgegenwirken, und junge Menschen in dieser schwierigen Lebenssituation zur Seite stehen. Wimmer: „Wir holen sie aus dem gesellschaftlichen Abseits und bringen sie wieder zurück ins Spiel.“
Treffpunkt Spielfeld
Alle 14 Tage wird dieser Treffpunkt als offener Treff geführt, zu dem alle Betroffenen aus Andorf und den umliegenden Gemeinden sehr herzlich eingeladen sind. Die nächsten Termine: Mi., 5. Mai, Mi., 19. Mai, Mi., 2. Juni, Mi., 16. Juni, Mi., 30. Juni. Immer von 10 bis 11.30 Uhr. Ort: Jugendräume der Pfarre Andorf, Hauptstraße 1 in 4770 Andorf