Die Hallstätter wehren sich gegen den geplanten Denkmalschutz ihrer Privathäuser. Sie befürchten, dass künftig jede noch so kleine Umbaumaßnahme genehmigt werden muss. Dass Denkmalschutz jedoch nicht automatisch zum Konflikt führen muss, zeigt das Beispiel der katholischen Pfarre Hallstatt.
Das Bundesdenkmalamt (BDA) plant, ganze Ortsteile von Hallstatt („Ensemble“) unter Denkmalschutz zu stellen. Bereits 80 Prozent der Wahlberechtigten des 900-Einwohner-Ortes haben gegen diese Pläne unterschrieben. Dass Denkmalschutz in Hallstatt jedoch nicht automatisch zum Konflikt führen muss, zeigt auch das Beispiel der katholischen Pfarre Hallstatt. 17 Pfarrobjekte, von der Pfarrkirche bis zur Simonykapelle Dachstein, fallen unter besonderen Schutz. „Bei Sanierungen in den letzten Jahren konnte durch intensive Gespräche noch jedes Mal ein guter Konsens gefunden werden“, erklärt Reinhard Kerschbaumer, Pfarrgemeinderatsobmann der katholischen Pfarre Hallstatt. Diese aktive Form der Kommunikation vermisst der Hallstätter im aktuellen Konflikt. Die Informationen des Denkmalamts seien sehr mangelhaft. So bleibt das Unbehagen der Bewohner/innen, dass die Behörde über sie drüberfährt. „Wir werden künftig bitten und betteln müssen bei jeder kleinen baulichen Veränderung. Das ist dann wie ein Leben in der Zwangsjacke“, sagt Kerschbaumer. Es sei zudem nicht sinnvoll, dass der Ensembleschutz auch in Ortsteilen gelten soll, in denen viele Häuser erst in den Sechziger- und Siebziger-Jahren erbaut wurden.
300.000 Euro für Hallstatt. Renovierungsarbeiten würden sich durch die neuen Auflagen um ein Vielfaches verteuern, befürchtet Kerschbaumer. Wolfgang Lipp, Oberösterreichs Landeskonservator beim BDA, hält dem entgegen, dass für den Denkmalschutz in Hallstatt insgesamt 300.000 Euro an Förderungen bereitstehen. Das sei mehr als ein Viertel der Summe, die in ganz Oberösterreich an Bundesmitteln eingesetzt werde.