Die Fülle von Angeboten in der Fastenzeit zeigt, dass Veranstaltungen gesucht werden, die die Fragen nach dem Sinn des Lebens zum Thema haben. Gottfried Huemer berichtet von seinen Erfahrungen mit dieser Suche.
Besser hätte es nicht laufen können: Nach 15 Jahren als Angestellter kauft der heute 51-jährige Gottfried Huemer eine Autowerkstätte mit Fahrzeughandel. Mit 15 Angestellten hat er sie übernommen, zehn Jahre später sind es 35: „Von Jahr zu Jahr ging der Betrieb besser, nur mir ging es immer schlechter. Ich habe mein Wohlbefinden darauf aufgebaut, wie viel Kunden ich habe und Autos ich verkaufe. Das funktioniert aber nicht. Da verkauft man immer zu wenig.“ Er beginnt diverse Berater-Ausbildungen zu absolvieren. 2003 verkauft er den Betrieb und ist als Unternehmensberater, Lebensberater und Trainer tätig. Aber nicht der Berufswechsel allein brachte den Umschwung in seinem Leben, sondern die Beschäftigung mit spirituellen Fragen. Er ging in geistliche Begleitung, machte eine Meditationsleiterausbildung, nahm an Exerzitien teil und nach und nach erlebte er ein Gefühl des Getragenseins. Heute spricht er von Gewissheit: „Es ist kein unbestimmtes Gefühl, ich weiß es, dass ich getragen bin.“
Gottvertrauen und erfülltes Leben. Vertrauen spüren und getragen sein wurden für Gottfried Huemer zu Schlüsselworten in seinem Leben: „Du brauchst nichts zu leisten und bist trotzdem geliebt. So dürfen wir reden, weil wir von Gott getragen sind.“ Er ist fest überzeugt – weil er es selbst erlebt hat –, dass man keinen Boden unter den Füßen findet, wenn man sich nicht mit Fragen der Spiritualität beschäftigt: „Ohne Gottvertrauen ist kein erfülltes Leben möglich. Ich habe noch keinen erlebt, dass es ihm gut geht, wenn er Gott nicht spürt.“
Meditation als Weg. Der Weg zum Gottspüren führt für Huemer über die Meditation. So lädt er in seinem Seminarhaus in Laakirchen (Lindacher Straße 10) jeden Dienstag von 19 bis 20.30 Uhr zu einem Meditationsabend, den er, seine Frau Gertrude, Markus Göschlberger und Martin Fuhrberg abwechselnd mit unterschiedlichen Themen gestalten. „Ich bin getragen“ hat Gottfried Huemer seinen Meditationsabend überschrieben, bei dem die Teilnehmer/innen in zweimal 20 Minuten Sitzmeditation das Jesusgebet nach Franz Jalics einüben. „Wir verstehen unsere Arbeit im Türenöffnen“, sagt Huemer und freut sich, wenn Menschen zu erfahren beginnen, dass das Vertrauen auf Gott ihr Leben trägt.