Braunau-St. Franziskus: Pfarre betet rund um die Uhr für ein Umdenken in der Ausländerpolitik
Ausgabe: 2010/07, Ausländer, Gebetswache, Braunau, St. Franziskus, Pfarre, Ausländerpolitik
17.02.2010
- Paul Stütz
Während in der Asyl-Politik eine Verschärfung die andere jagt, will die Pfarre Braunau-St. Franziskus in der Fastenzeit ein deutliches Signal für mehr Menschenwürde setzen: Ein Rund-um-die Uhr-Gebet in der Pfarrkirche soll Anstoß zum Umdenken in der Ausländerfrage sein.
In der Pfarre Braunau-St. Franziskus ist man mit der Asylproblematik gut vertraut. Immer wieder hat die Gemeinde Flüchtlingsfamilien betreut. „Total liebe, fleißige und nette Leute sind das“, erzählt Pfarrassistentin MMag. Dagmar Ruhm. Sie kennt etwa das Beispiel einer georgischen Ärztin, die trotz ihrer hohen Qualifikation nicht in Österreich arbeiten durfte und ständig davon bedroht ist, in ihr Heimatland abgeschoben zu werden, wo ihr Mann und ihr Sohn spurlos verschwunden sind. „Man lässt die Ausländer im Stich“, kritisiert Ruhm. Klar gebe es auch die Fremden, die sich nicht integrieren wollen, meint Ruhm. Ganz klar verwehrt sich die Theologin aber gegen Pauschalverurteilungen, wie sie Politiker und Öffentlichkeit oft vornehmen. Sie hofft, dass „die Politik endlich zur Besinnung kommt“. Ein deutliches Signal für ein Umdenken in der Flüchtlings- und Ausländerpolitik setzt die Pfarre deshalb mit einer Gebetswache. In der gesamten Fastenzeit soll diese rund um die Uhr in der Werktagskapelle stattfinden. Beginn der Aktion ist am Aschermittwoch, um 18 Uhr, wo die ersten Teilnehmer/innen gesendet werden. Täglicher Schichtwechsel wird um 18.30 Uhr mit gemeinsamem Gebet sein.
- Die Pfarre Braunau-St. Franziskus lädt ein, sich der Aktion anzuschließen. Wer bei der Gebetswache mitmachen will, kann sich dafür unter Tel. 07722/87 314 oder E-Mail: pfarre.st.franziskus. braunau@dioezese-linz.at anmelden