Der neue Leiter der Citypastoral, Ferdinand Kaineder, pilgert zehn Tage lang zu den 46 Linzer und Trauner Pfarren, um die Situation vor Ort kennenzulernen. Wichtigste Devise: „Ganz Ohr sein“.
Bis zu zehn Stunden täglich marschiert der Theologe seit letzten Freitag durch Linz und Umgebung. In der Region, in der sich die Kirchenaustritte in den Pfarren teilweise verdoppelt haben, wird Mag. Ferdinand Kaineder mit 1. Februar als Leiter der Citypastoral starten. Eine zentrale Frage ist für Kaineder, wo Kirche in sieben Jahren sein muss, wenn sie mit und für die Menschen einen Nutzen stiften will.
Pfarren gegen Vereinzelung. Als Stadtpilger falle ihm auf, wie schnell die anderern Fußgänger unterwegs sind, meint Kaineder. „Es ist eine hektische Zeit. Jeder ist für sich und schaut mehr auf sein Handy als auf die Umgebung. Das ist Vereinzelung pur.“ Gerade deswegen komme den Pfarren eine entscheidende Rolle als Orte der Gemeinschaft und der Netzwerke zu. „Viele Pfarrzentren werden aber allein optisch kaum wahrgenommen, weil sie dunkel sind, während in der Konsum- und Mediengesellschaft alles rundherum hell erleuchtet ist“, betont Kaineder. Gerade die Körpersprache einer Pfarre oder Seelsorgestelle sei aber entscheidend dafür, ob Themen und Angebote angenommen werden. Die katholische Kirche müsse deshalb vermehrt in die Außenwerbung investieren. Konkrete Konzepte dazu sollen nun in Zusammenarbeit mit den Seelsorgern vor Ort entstehen.