Unter den Nazis wurden Babys von Zwangsarbeiter/innen ins Schloss Etzelsdorf in Pichl bei Wels verfrachtet. Viele von ihnen starben, weil die Pflege äußerst mangelhaft war. Eine Gedenktafel, die vor Kurzem gesegnet wurde, mahnt an das Schicksal der Kinder von Etzelsdorf.
Im Pichl war das „Fremdvölkische Kinderheim“ und die vielen Todesfälle lange kein Thema. Nur Einzelne wussten über das dunkle Kapitel Bescheid, das erst seit wenigen Jahren durch Forschungen erhellt ist. Bekannt wurde dadurch etwa auch, dass die Kinder von Etzelsdorf oft schon wenige Tage nach der Geburt starben. Von 38 im Jahr 1944 abgegebenen Babys kamen 13 ums Leben. Sie sind auf dem Friedhof begraben, es fehlen aber Hinweise auf deren Gräber. Damit sie dennoch nie vergessen werden, mahnt eine Gedenktafel nun an ihr Schicksal. Sie wurde am Sonntag, 27. September anlässlich des „Tages des Denkmals“ im Rahmen einer kleinen Feier in der Kapelle von Schloss Etzelsdorf enthüllt und gesegnet.