Nimmt man regelmäßig die Pfarrblätter zur Hand, die die Redaktion der KirchenZeitung aus den Pfarren der Diözese erreichen, fällt vor allem eines auf: Die Pfarrblätter werden immer professioneller. Das jüngste Beispiel sind die „Einblicke“ von Kirchdorf am Inn.
Natürlich gab es einige Male im Jahr einen kopierten Zettel, der wichtige Termine bekannt machte. Doch die Pfarrgemeinderäte von Kirchdorf am Inn spürten, dass ein neuer Schritt notwendig ist. So haben Andrea und Helga Schachinger sowie Inge Wimmer die Pfarrblattschule des Referats für pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit der Diözese mitgemacht. An fünf Wochenenden holte sich das Team das Grundwissen für die Erstellung eines Pfarrblatts: Die erste Ausgabe kann sich sehen lassen. „Einblicke“, wie sich das Pfarrblatt nennt, erschien im Umfang von zwölf Seiten rechtzeitig vor dem Herz-Jesu-Fest am 21. Juni 2009. Das Fest gehört in der Pfarre zu den Höhepunkten im Kirchenjahr und konnte attraktiv angekündigt werden. Das Pfarrblatt-Frauenteam und Pfarrer Klemens Pillhofer freuen sich zu Recht über ihr Werk. Das Pfarrblatt verstehen sie als eine Brücke zwischen der Pfarre und den Menschen. Sie wollen nicht nur informieren, sondern auch ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen eine Plattform geben und die Neuzugezogenen auf die Angebote der Pfarre aufmerksam machen. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass die Rechnung aufgeht.
Gallneukirchen: Pfarrblatt-Jubiläum. Ob die 550 Katholiken zählende Pfarre Kirchdorf oder ob Gallneukirchen mit seinen 11.800 Katholiken – das Pfarrblatt ist unabhängig von der Größe der Pfarre eine immer wichtigere Schnittstelle in der Kommunikation mit den Gemeindebewohner/innen. Zur 200. Ausgabe des „Gallusboten“, die am 26. Juni 2009 gefeiert wird, unterstreicht Pfarrer Klaus Dopler den Stellenwert des Pfarrbriefs: „Wir lassen uns den Pfarrbrief auch etwas kosten.“ Eine Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Market im Vorjahr für die Pfarre durchführte, untermauert die Richtigkeit dieser Entscheidung. Rund 93 Prozent der Gallneukirchner kennen den Gallusboten und blättern ihn zumindest durch. Und 50 Prozent lesen ihn. Der Gallusbote erschien erstmals im Februar 1963.
Pfarrblätter schaffen Heimat. Schriftliche Informationen – vom Verkündzettel bis zum Pfarrblatt – gibt es in allen Pfarren der Diözese. Dass der Trend zu mehr Qualität in Form und Inhalt geht, kann Beate Schlager-Stemmer, die Referentin für pfarrliche Öffentlichkeitsarbeit, nur bestätigen. Für sie trägt das Pfarrblatt dazu bei, Pfarridentität zu stiften. Auch in kleinen Pfarren ist ein eigenes Pfarrblatt aus ihrer Sicht unverzichtbar, sie rät aber, bewusst über die Pfarrgrenzen zu schauen und zum Beispiel ständige Rubriken aus den Nachbarpfarren vorzusehen.
Um 1915. Wer glaubt, dass die Pfarrblätter nach dem Zweiten Weltkrieg oder gar erst nach dem Konzil entstanden sind, irrt. Das älteste Pfarrblatt, das sich im Diözesanarchiv findet, kommt aus der Stadtpfarre Urfahr und erschien 1917. Dabei handelt es sich schon um die zehnte Ausgabe der „Pfarramtlichen Nachrichten“. Die weiteren Pioniere: Die erste Ausgabe der „Pfarramtlichen Mitteilungen“ von Bad Ischl wurde 1918 gedruckt, 1919 folgte Linz-St. Quirinus.