Bischof Ludwig Schwarz äußert sich zu Vorwürfen gegen Linzer Fronleichnamsfeier
Ausgabe: 2009/25, Fronleichnahm, Feier, Irritationen, Bischof, Vorwürfe, Schwarz, Ars
17.06.2009
Die fünf Linzer Pfarren St. Markus, Christkönig, Stadtpfarre Urfahr, St. Leopold und die Stadtpfarre Linz feierten heuer gemeinsam eine Fronleichnam, und zwar am Platz zwischen Ars Electronica Center und Stadtpfarrkirche Urfahr. Die Feiergestaltung hat auch Irritationen ausgelöst.
Für die Eucharistiefeier hatten die fünf Pfarren nach entsprechenden Vorschriften speziell gebackenes Fladenbrot gebracht. Es wurde in der Messfeier konsekriert und bei der Kommunion ausgeteilt. Dabei blieb auch Brot übrig. Ordensschwestern brachten daraufhin dieses konsekrierte Brot in umliegende Pfarren, damit es dort in den Gottesdiensten verwendet werde. So wurde dieses auch in der Pöstlingbergbaslika bei zwei Gottesdiensten ausgeteilt. Allerdings bot Pfarrer P. Josef Pichler OSF den Kommunikanten auch an, die üblichen Hostien zu empfangen.
Auf einer Internetplattform wurde die Feiergestaltung heftig kritisiert. In den Linzer Pfarren zeigte man sich von der Kritik überrascht. Die Feier selbst sei in sehr würdigem Rahmen verlaufen, es hätte in den Pfarren selbst keine Kritik daran gegeben.
Sonderformen brauchen Absprache. Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz verweist nun auf die Regelung der Fronleichnamsprozession durch die österreichischen Bischöfe im Jahre 1979. Mit der Fronleichnamsprozession bezeugen demnach die katholischen Pfarrgemeinden ihren Glauben und die Verehrung gegenüber dem Sakrament der Eucharistie auch in der Öffentlichkeit. Dies soll „in Würde und ohne Beeinträchtigung der geschuldeten Ehrfurcht“ geschehen. Daher müssen besondere Formen der Prozession oder der Eucharistieverehrung mit dem Bischof abgesprochen werden.
Feier soll nicht Anstoß geben. Im konkreten Fall hätte es eine solche Absprache nicht gegeben, weshalb sich der Bischof mit der erfolgten außergewöhnlichen Form der Verehrung nicht identifizieren kann. „Selbst wenn manche Gebetsgruppen die Verwendung von Fladenbrot kennen, so entspricht dies doch nicht generell der Tradition unseres Kulturkreises, insbesondere nicht für die Aussetzung“, betont Bischof Schwarz. Die Aussetzung des Allerheiligsten solle daher wie in der ganzen Diözese üblich in der gewohnten Weise mit der konsekrierten Hostie in den dafür vorgesehenen Gefäßen – der Monstranz – geschehen.
„Es ist sehr bedauerlich und es tut mir als Bischof leid, wenn eine Feier, welche die innige Gemeinschaft und die Einheit mit dem Herrn der Kirche und untereinander zum Ausdruck bringt, auch Anlass zum Anstoß für Gläubige geworden ist“, betont Bischof Schwarz.