Etwa 70 Seelsorger/innen von diesseits und jenseits des Inns trafen sich in Reichersberg. „Spiritualität ist immer praxisbezogen“, sagte der Prior des Europaklosters Gut Aich, P. Dr. Johannes Pausch, beim bayrisch-österreichischen Seelsorger/innen-Treffen am 22. April im Stift Reichersberg. Pausch sprach über benediktinische Spiritalität und spikte sein Sprechen reichlich mit Anekdoten. Etwa, als er erzählte, wie sich sein Onkel bemühte, ihn, der von Plänen sprach, ins Kloster zu gehen, davon abzubringen: An einem Sonntag-Vormittag meinte der Onkel, ein Wirt, zum jungen Pausch: Schau dir die Leute an, wie saugrantig sie aus der Kirche kommen. Und dann schau dir die Leute an, wie sie aus dem Wirtshaus gehen! – Soviel dazu, dass Spiritualität etwas mit Freude zu tun hat.
Benediktinische Spiritualität sei immer eine Beziehungshaltung, setzte Pausch fort. Das große Dilemma unserer Zeit sei der Mangel an Beziehungsfähigkeit. Die Pastoralplanungen seien schlimm, weil man nicht mehr auf Beziehungen achte, nur auf Zahlen und Funktionalität.In der benediktinischen Regel „ora et labora“ (bete und arbeite) sei das Wichtigste das „Et“, das „Und“. Es gehe um die Beziehung von geistlichem Leben und konkretem Arbeiten.