Die Diözese Graz-Seckau hat Pfarren als Postpartner ins Gespräch gebracht. Auchin Oberösterreich, wo es 65 offene Postpartnerstellen gibt, wird dieses Modell diskutiert. Nicht überall stößt es auf Begeisterung. Dass hier schlecht bezahlte Arbeitsplätze geschaffen würden, kritisiert Pfarrmoderator Johann Ehrenfellner.
Die Idee, dass einzelne Pfarren als Postpartner tätig werden und so helfen könnten, die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, hat in der Diözese Linz für große Resonanz gesorgt – auch wenn es zwischen Post und Kirche bislang noch keine konkreten Gespräche gegeben hat. Da sich die Diözese Linz „den Überlegungen nicht verschließen will“, zeigt sich die Post über das kirchliche Interesse am Postgeschäft erfreut.
Kein Postschalter im Kirchenraum. Grundsätzlich kann sich jede Pfarre bewerben, muss sich aber für einen Vertragsabschluss mit der Post den Segen von der diözesanen Finanzkammer geben lassen. Erforderlich ist ein Raum von 15 m2 sowie Telefon- und Internetanschluss am Postschalter. Unklar ist noch, woher die Pfarren ihre Personalressourcen nehmen könnten. Ob das Postgeschäft haupt- oder ehrenamtlich betrieben wird, müsste von Fall zu Fall geklärt werden. Ein Postpartner muss in der Woche 15 Stunden lang offen haben, das Personal für den Betrieb eigens geschult werden.
„Die Post putzt sich ab.“ Auf www.post.at wird möglichen Partnern der Einstieg ins Postgeschäft schmackhaft gemacht. Von „Existenzsicherung“, „zweitem Standbein“ und „neuen potenziellen Stammkunden“ sowie vielen weiteren Vorteilen ist dort die Rede. Wie etwa den 15.000 Euro, die sich die Postpartner im Jahr durchschnittlich dazuverdienen.Wenig verlockend ist das trotzdem für die Pfarre Leonding-Hart-St. Johannes, die sich theoretisch für eine in Leonding ausgeschriebene Stelle bewerben könnte. Pfarrmoderator Johann Ehrenfellner will das auf keinen Fall tun. „Die Post will sich nur abputzen“, sagt er. Für den Pfarrmoderator ist es die „letzte Idee pastoralen Wirkens. Ich bin schwer enttäuscht, dass die Kirche hier einsteigen will.“ Ehrenfellner kritisiert, dass einerseits Arbeitsplätze bei der Post eingespart und andererseits schlecht bezahlte Arbeitsplätze geschaffen würden.