Die ehemalige ÖVP-Landtagsabgeordnete Dr. Irene Dyk befasst sich als Professorin am Institut für Gesellschafts- und Sozialpolitik der Johannes-Kepler-Universität Linz unter anderem mit demokratiepolitischen Bildungs-Herausforderungen in Zusammenhang mit rechtsextremen Jugendlichen. So wurden ab dem Jahr 2001 insgesamt 47 Jugendliche der rechtsextremen Szene in „Geschichte und Demokratie“ geschult.
Für 45 Mitläufer und zwei Mitläuferinnen, die wegen NS-Verherrlichung, Schmieraktionen, Sachbeschädigungen und Gewalttätigkeiten nach dem Verbotsgesetz für nationalsozialistische Wiederbetätigung angezeigt waren, wurde im Rahmen der Diversion – sie erspart den Jugendlichen eine Vorstrafe – ein Kursmodell entwickelt, bei dem sie an der Uni einen vierteiligen Kurs besuchen und dafür auch die Seminarkosten zahlen mussten. Jede/r von ihnen hatte einen Studenten oder eine Studentin als Begleiter/in.
Die Kurse sind schon einige Zeit abgeschlossen, so kann auch Bilanz gezogen werden, die erfreulich ausfällt: Prof. Dyk sind keine Rückfälle der einst in der rechtsextremen Szene agierenden Jugendlichen bekannt. Fixpunkte der Seminare waren Information und Reflexion über den Nationalsozialismus. Hier konnte offensichtlich ein Bewusstseinsprozess angestoßen werden. Was eine Haltungsänderung der bei allen teilnehmenden ehemals rechtsextremen Jugendlichen festzustellenden Ausländerfeindlichkeit betrifft, war der Erfolg zumindest nicht augenfällig. Die Ausländerfeindlichkeit wurde nicht abgelegt.