Pfarre Mondsee feiert nach der Kirchenrenovierung 2009 als ein Jahr des Dankes
Ausgabe: 2009/12, Mondsee, Kirchenrenovierung, Dank, Reliquie, Kloster
18.03.2009
- Josef Wallner
Neben Herzog Odilo II., dem weltlichen Gründer des Klosters Mondsee, will die Pfarre auch den heiligen Pirmin, den geistlichen Gründer, wieder in den Mittelpunkt stellen.
Dass Pirmin, auf den das Kloster auf der Bodenseeinsel Reichenau zurückgeht, Herzog Odilo bei der Errichtung eines Stiftes in Mondsee zur Seite stand, war bekannt. Doch um die geistliche Gründergestalt entwickelte sich in Mondsee nie eine bleibende Tradition der Verehrung, obwohl Abt Bernhard Lidl im Jahr 1748 – zum 1000-Jahr-Jubiläum des Klosters – das versucht hatte. Die Mondseer Altphilologin Dr. Leopoldine Swoboda hat das Chronicon Lunaelacense analysiert, ein 900 Seiten starkes Werk, in dem Abt Bernhard Lidl die Geschichte des Klosters beschreibt. Darin wird berichtet, dass es dem Abt gelang, eine Reliquie des Heiligen zu erhalten. Nähere Angaben finden sich nicht mehr. Da es sich aber dem Chronicon Lunaelacense entsprechend um eine Großreliquie handelt, kam für die Aufbewahrung nur ein entsprechend großer Schrein in Frage.
Wolfgang und Pirmin. Der findet sich tatsächlich auf dem Heilig-Geist-Altar. Der Schrein blieb ohne Inschrift und seine Bedeutung geriet in Vergessenheit. Da auf dem gegenüberliegenden Altar Reliquien des heiligen Wolfgang aufbewahrt werden, der für Mondsee ebenfalls besondere Bedeutung hat, kann man mit Recht annehmen, dass an dieser im Kirchenraum hervorgehobenen Stelle der Platz für die Verehrung eines zweiten für Mondsee wichtigen Heiligen entstehen sollte, so Dr. Swoboda. Die Pfarre wird jedenfalls ihren – wieder entdeckten – geistlichen Gründer künftig am 3. November mit einem Festgottesdienst feiern.