Pfarrer Josef Friedl hat sich bei einer Podiumsdiskussion zu seiner Lebenspartnerin bekannt.
Nicht nur in Ungenach weiß man es schon seit Langem: Pfarrer Josef Friedl lebt mit seiner Freundin zusammen. Auch in den Medien ist das Thema nicht ganz neu: Zum ersten Mal wurde es im Oktober 2007 in der Tageszeitung „Der Standard“ erwähnt. Die große Aufregung, die aufgrund seines öffentlichen Bekenntnisses am vergangenen Donnerstag entstanden ist, kann Josef Friedl deshalb nicht ganz nachvollziehen: „Ich habe es bei der Veranstaltung einfach gesagt, weil sich die Diskussion um das Thema Sexualität drehte.“ Auch bei Nachfragen von Journalisten bleibt er bei seinen Aussagen: „Ich will nicht lügen, meine Freundin würde sich schön bedanken, wenn ich nicht zu ihr stehe“, sagt Friedl im Gespräch mit der KirchenZeitung.
Offen damit umgehen. Für den Pfarrer ist ein offener Umgang mit der Thematik besonders wichtig. „Zu mir kommen immer wieder Frauen von Priestern, die das Gespräch suchen. Sie leiden unter den Verurteilungen und Ausgrenzungen. Das schlechte Gewissen macht viele krank.“ Der Pflichtzölibat sei „ein Gesetz, dass viele Priester und Frauen zerstört“. Der Dechant von Schwanenstadt spricht sich für eine Art Probezölibat aus. Zudem will der Geistliche, dass neben Zölibatären auch Verheiratete und Frauen Priester sein dürfen. All das seien wirksame Mittel gegen den Priestermangel.Um seinen Job fürchtet Josef Friedl, der noch ein Jahr zur Pension hat, unterdessen nicht. Rückendeckung kommt aus der Pfarrbevölkerung von Ungenach. Friedl: „Die haben immer gesagt: Gott sei Dank hat er wen. Dann ist die Gefahr, dass er weggeht, sehr gering.“Welche Folgen das Bekenntnis für Friedl hat, ist noch offen. Bischof Schwarz will nach der Bischofskonferenz mit ihm reden. „Man kann in keinem Fall darüber hinweg gehen“, kündigte Diözesansprecher Mag. Ferdinand Kaineder bereits an. Kirchenrechtlich sind zwei Varianten vorgesehen: entweder die Beendigung der Beziehung oder die Suspendierung vom Amt.