Das von Papst Johannes Paul II. ausgerufene Jahr der Eucharistie (2005) gab den Anstoß: In Gaflenz wird bei der Messfeier Dienstag abends die Kommunion unter beiderlei Gestalten ausgeteilt. „Man rückt dem Geheimnis näher“ – so beschreibt Elfriede Schwaiger, was ihr der Kommunionempfang unter Brot und Wein bedeutet. Sie leitet den Pfarrgemeinderats-Fachausschuss Liturgie. Mit der Möglichkeit der Kelchkommunion greift die Pfarre auf, was das Messbuch „hinsichtlich ihrer Zeichenhaftigkeit die vollere Form“ einer Messfeier nennt. Darüber hinaus möchte die Pfarre damit die bewusstere und tiefere Teilnahme am Gottesdienst fördern, so Schwaiger. Vor der Messe ist jeden Dienstag eine halbe Stunde lang Anbetung, die als besondere Vorbereitung auf die nicht alltägliche Art des Kommunionempfangs gesehen werden kann. Rund 20 bis 30 Gläubige kommen zum Abendgottesdienst, bei Weitem nicht alle kommunizieren unter beiderlei Gestalten. Diese Freiheit ist selbstverständlich, betont Schwaiger. Bis ins 13. Jahrhundert war in der römisch-katholischen Kirche die Kelchkommunion verbreitet, aus Angst vor Verunehrung hat man aber nach und nach darauf verzichtet, bis sie vom Konzil von Konstanz 1415 ganz verboten wurde. Erst das Zweite Vatikanische Konzil hat wieder diese Möglichkeit eröffnet, die zurzeit von den Pfarren häufiger wahrgenommen wird, wie ein Blick in die Pfarrblätter zeigt.