„Als geistliche Frauen setzen wir uns für Frauen in schwierigen Lebenssituationen ein“, erklärt Sr. Teresa Hametner. Die Franziskanerinnen von Vöcklabruck eröffnen ein Zentrum, in dem Frauen wieder Kraft zum Leben finden.
Viele Menschen, die psychisch labil sind, keinen Sinn im Leben mehr sehen oder denen die Energie für die Bewältigung alltäglicher Aufgaben fehlt, spüren instinktiv, dass ein Kloster ein Ort der Kraft ist. Anders lassen sich die Anfragen an die Franziskanerinnen nicht verstehen. Immer wieder bitten Frauen, im Kloster Vöcklabruck mitleben zu dürfen, und erwarten, dass sie während dieser Zeit Tritt fassen. Die Ordensfrauen sahen in diesen Anfragen eine Herausforderung an ihren Auftrag. Ihre Antwort war die Gründung des Hauses Lea. Für die Namensgebung des Projekts stand die Bibel Pate. Von Lea, der wenig geliebten Frau des Jakob, heißt es im Buch Genesis, dass ihre Augen matt waren. „Wir wollen, dass die Augen der Frauen wieder zu glänzen beginnen“, so Sr. Teresa Hametner, die gemeinsam mit Sr. Hiltrud Bittermann ab Jänner 2003 das Haus Lea bewohnen wird. Angelpunkt des Hauses Lea ist das gemeinsame Leben mit einem festen Tagesablauf. Sr. Teresas Überzeugung: „Die klösterliche Struktur ist heilsam.“ So gehört auch die Bereitschaft einmal täglich an einer Meditationszeit teilzunehmen zu den Aufnahmebedingungen. Darüber hinaus finden die Frauen Gesprächsbegleitung bei den Schwestern und wenn notwendig, Hilfe bei Psychotherapeutinnen. Zu den weiteren Pfeilern des gemeinsamen Lebens gehören die Arbeit in Haus und Garten sowie kreative Angebote. Dieses Umfeld soll den Frauen helfen – in Eigenverantwortung und Selbstbestimmung – innerhalb eines halben Jahres wieder Perspektiven für ihre Zukunft zu finden. Die Franziskanerinnen verstehen das Haus Lea als eine Beitrag für eine menschenwürdige Gesellschaft und lassen sich das Projekt eine Stange Geld kosten: Nach dem Kauf und der Adaptierung des Hauses wird auch der laufende Betrieb auf Zuschüsse angewiesen sein. Die Frauen werden zwar ihren Aufenthalt selbst finanzieren – aber nur im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Die Franziskanerinnen sind daher für jede Unterstützung dankbar: für geistliche ebenso wie für materielle.