Das neue Jahrtausend brachte für Pabneukirchen einen entscheidenden Einschnitt: Seit September 2000 leitet mit Pfarrassistent Josef Rathmaier ein Laienseelsorger die Pfarre.
Die Zeit von September 1999 bis August 2000 beschreiben die Pfarrgemeinderäte als schwierig und voller Ungewissheit: Pfarrer KonsR Otto Ransmayr war 1999 in Pension gegangen, ein Nachfolger hatte sich nicht gefunden. Was in Pabneukirchen jahrhundertelang selbstverständlich war, gab es von einem Tag auf den anderen nicht mehr: Der Pfarrhof war unbewohnt. Nun ist die Pfarre froh, dass die Zeit des „Verwaistseins“ vorüber ist. Josef Rathmaier wohnt im Pfarrhof und leitet die Pfarre, KonsR Ortner-Höglinger, Pfarrer in St. Georgen/Wald, ist der vom Kirchenrecht geforderte zuständige Priester. Altpfarrer Ransmayr lebt im Ort und steht für Gottesdienste zur Verfügung. „Für uns eine optimale Lösung“, freuen sich die Pfarrgemeinderäte.
Dass die Kirchengemeinde mit der neuen Situation so gut zurecht kommt, ist das Verdienst von Altpfarrer Ransmayr. „Uns kommt zugute, dass er theologisch immer auf dem neuesten Stand war und die Laienmitarbeit intensiv gefördert hat“, so die PGR-Leitung: „Es ist kein Problem, dass ein Laie die Pfarre leitet.“ Josef Rathmaier versteht sich in der Pfarre als jene Person, bei dem die Fäden zusammenlaufen und der gemeinsam mit den Bewohnern den bewährten Weg der Pfarre weitergeht. Dazu gehört auch die hohe Bedeutung des Kirchenjahres.
Kirchenjahr mit Qualität
„Feste feiern liegt uns Pabneukirchnern“, sagen die Mitarbeiter/innen der Pfarre lächelnd. Jugendchor, Musikkapelle und Kirchenchor tragen zu einer lebendigen Liturgie bei. Die Säulen der Kirchenmusik sind Johann Mitterlehner, der seit zwanzig Jahren den Chor leitet, und der Organist Eugen Ebendorfer. Beide gehören seit 1947 dem Kirchenchor an. Für eine feierliche Atmosphäre sorgt die Mesnerin Maria Baireder mit dem Blumenschmuck.
Steckbrief
Das Wappen zeigt einen Steinbock, der an einem Haselstrauch mit roten Früchten äst. Mit der Bestätigung des Marktrechtes im Jahr 1506 dürfte dem Ort auch ein Wappen verliehen worden sein. Welchen Zusammenhang das dargestellte Motiv mit dem Ort hat, ist aber ungeklärt.Zwei große Tischlereibetriebe beschäftigen rund 450 Menschen und machen das durch und durch ländlich geprägte Pabneukirchen zu einer Ausnahme: Der Ort zählt im Unterschied zu den umliegenden Gemeinden mehr Einpendler als Auspendler.
Die Pfarre hat an die 1.600 Katholiken. Den Sonntagsgottesdienst besuchen rund 500 Gläubige.Die Pfarrkirche ist ein Juwel der Gotik. Zu den kunst-geschichtlich herausragenden Werken des Gotteshauses gehört die Westempore. Die Brüstung ist im Bereich der Seitenschiffe mit verschiedenen Rosetten geschmückt, den Mittelteil ziert ein schlüsselartiges Blendmaßwerk. Bauexperten bezeichnen die Empore als ein ungewöhnlich kühnes spätgotisches Kunststück der Konstruktion.Die Kirche ist dem heiligen Simon und Judas geweiht, der barocke Hochaltar kommt aus dem aufgehobenen Kloster Waldhausen.
Kirchenjahr als Richtschnur
Die Firmlinge überraschen Erwachsene mit ihren Talenten
Das ganze Kirchenjahr hindurch zeigt sich, dass Pabneukirchen eine lebendige Pfarre ist.Erstmals wurde die Firmvorbereitung im Arbeitsjahr 2000/2001 in Projektgruppen durchgeführt. Dieser neue Weg, die 14-Jährigen auf das Sakrament der Firmung hinzuführen, ist auf breite Zustimmung gestoßen. Die Firmkandidat/innen waren mit Feuereifer dabei und die Eltern beeindruckt, wie viel Engagement und Talente in den Kindern stecken. Eine Projektgruppe studierte ein Theaterstück ein, das sich mit dem Thema „Ausländer“ beschäftigte. In einem bis auf den letzten Platz gefüllten Pfarrsaal führten sie es auf.
Jugendlicher Glaube
Die Firmlinge der Gruppe „Glaubensvertiefung“ verfassten selbst Gebete und Meditationen, von denen Erwachsene glaubten, sie wären abgeschrieben. Doch die Erwachsenen täuschten sich. Unter Anleitung einer Altenfachbetreuerin besuchten Firmlinge regelmäßig alte und kranke Menschen der Pfarre. Teilweise erledigten die Jugendlichen Einkäufe. In einem Tagebuch hielten sie ihre Begegnungen fest. Weitere Gruppen führten ein Musikprojekt durch, andere bastelten für einen Basar. Während der Karwoche fuhren die 14-Jährigen zu zwei Besinnungstagen in das Jugendhaus Königswiesen. Dort fand die unmittelbare Firmvorbereitung statt, bei der die Symbole und der Feierablauf Inhalt waren.
Mit „Exerzitien im Alltag“ setzte die Pfarre in der Fastenzeit 2001 einen geistlichen Schwerpunkt. Pfarrassistent Josef Rathmaier ist ausgebildeter Exerzitienbegleiter. Tägliche Meditationen, wöchentliche Treffen und die Einzelgespräche mit dem Exerzitienleiter haben zur Glaubensvertiefung der Teilnehmer/innen beigetragen.
Großmacht KFB
Die Katholische Frauenbewegung (KFB) zählt 250 Mitglieder. Zu Recht ist der Leitungskreis stolz auf diese große Mitgliederschar. Die KFB trägt vor allem viel zur „Wärme“ in der Pfarrgemeinde bei – vor allem zu den Festen und Feiern. Um die inhaltliche Gestaltung der liturgischen Feiern müht sich der PGR-Fachausschuss Liturgie. Die Gruppe bringt vor allem ansprechende Besinnungs- und Gebetstexte in die Gottesdienste ein. Im Hintergrund arbeitet der Caritas-Sozialausschuss. Neben Besuchen im Altersheimen und Krankenhäusern hilft er vor Ort Menschen in Not.
Pfarrsplitter:
Jugend
Die Jugendlichen der Pfarre begehen das Weihnachtsfest sehr bewusst. Sie treffen sich am 24. Dezember schon um 5 Uhr früh zu einem Morgenlob. Anschlie-ßend ist Messfeier und gemeinsames Frühstück.
Sonntage in der Adventzeit
Die Sonntagsgottesdienste der Adventzeit sind jeweils gestaltet. Kirchenchor und Blockflötenspieler tragen mit Musikstücken zur Messfeier bei, zusätzlich werden die Kinder in die Liturgie einbezogen. Auch das ganze Jahr über werden regelmäßig Familien-Gottesdienste gefeiert, einmal monatlich ist auch Kinder-Wortgottesdienst im Pfarrsaal.
Pfarrblatt
„Gemeinsam unterwegs“: Unter diesem Motto steht nicht nur die Arbeit in der Pfarre, sondern auch das Pfarrblatt. Die sorgfältig gestalteten Ausgaben bilden ein Aushängeschild für die Pfarre. Zum Pfarrblatt greifen auch jene Pabneukirchner/innen, die nicht zum Sonntagsgottesdienst kommen. Ein im Ort häufig gehörtes Lob: Aus dem Pfarrblatt spricht ein positiver Geist und eine optimistische Lebenseinstellung. Das Pfarrblatt ist eine aufbauende Zeitung.
Der Heilige Abend
wird in Pabneukirchen auf besondere Weise begangen: Die Straßenbeleuchtung ist ausgeschaltet und die Mettenbesucher/ innen die aus den umliegenden Dörfern kommen, werden gebeten, die Autos an den Ortseinfahrten abzustellen. Das letzte Wegstück zur Kirche legen alle zu Fuß zurück. Licht geben die mitgebrachten Laternen. In der Adventzeit bereiten sich die Kinder bei Familien Gottesdiensten auf das Weihnachtsfest vor.