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Zwei Lichter im Land voll Elend und Not

Österreichische Hilfe für Missionsstation in Albanien
Ausgabe: 1999/17, Sr. Imelda, Steinerkirchen, Albanien
27.04.1999
- Walter Bachmayr
Während die Welt durch das Flüchtlingselend der Kosovaren auch auf das Armenhaus Europas, Albanien, aufmerksam wird, helfen zwei geistliche Schwestern bereits seit über vier Jahren diesen Menschen. Und jetzt auch den Flüchtlingen.

Missionierung und humanitäre Hilfe sind die Hauptaufgaben der beiden deutschen Franziskanerinnen Sr. Bernadette und Sr. Gratias. Unterstützung aus Oberösterreich erhielten die beiden in diesen Jahren weil die leibliche Schwester von Sr. Gratias die Steinerkirchner Benediktinerin Sr. Imelda Ruf ist. Sie leitete lange den „Freundeskreis Albanienhilfe“, der viele Hilfstransporte organisierte – dank der großartigen Unterstützung der Oberösterreicher – betont Sr. Imelda.

Jetzt klammert sich die Hoffnung auf’s Überleben noch viel stärker an diese Gruppe rund um Sr. Imelda. Noch vor Ostern haben sie einen ersten Hilfstransport nach Fushe-Arrez, einer verarmten kleinen Bergstadt mit 30 umliegenden Dörfern, zu den beiden Franziskanerinnen losgeschickt.

Wie die Helfer berichten, können die Bilder im Fernsehen in keiner Weise die Lage dort wiedergeben. Verzweiflung, körperliche und seelische Not und Aggressionen sind unendlich groß.„Eine der Schwestern fährt täglich an die rund 85 km entfernte Grenze und fängt dort die total erschöpften Menschen auf“, berichtet Sr. Imelda. „Zum Teil weinen sie nur, weil sie so erschöpft sind.“ Flüchtlinge mit Verletzungen werden ins Lager der Italiener gebracht, wo sie medizinisch erstversorgt werden.Soviele Flüchtlinge, wie sie in ihr Fahrzeug hineinbringt, nimmt die Schwester dann mit ins eigene Lager oder sie fährt sie nach Shkoder ins Österreich-Lager. Im Haus der Franziskanerinnen in Fushe-Arrez sind derzeit rund 40 Flüchtlinge untergebracht, im Ort selbst rund 640. Vor allem Kranke und solche, die psychisch total fertig sind und viel Zuwendung brauchen.

Es ist überhaupt beeindrukkend, wie selbstverständlich es für die arme albanische Bevölkerung ist, Flüchtlinge in ihr Haus, das oft nur eine primitive Hütte ist, aufzunehmen. Von niemandem ertönt die Forderung nach einer „Quotenzuteilung“. Es ist für sie selbstverständlich, das Allerletzte, das sie haben, mit den Vertriebenen zu teilen. Weil diese Menschen wissen, was es heißt, Hunger zu haben, meint Sr. Imelda, die über eine Funkverbindung zu ihrer Schwester über die Not, das Elend, die unbeschreibliche Verzweiflung, aber auch über so manch kleine Hoffnung informiert ist.Doch der gute Wille reicht nicht mehr, die Lebensmittelvorräte sind aus. Die Schwestern brauchen täglich 500 kg Mehl. Ohne Hilfe geht es nicht mehr.

Trotz der gigantischen Flüchtlingswelle und der damit verbundenen Herausforderung wollen die beiden Franziskanerinnen ihrem ursprünglichen Auftrag nachkommen. Für die Menschen in und um Fushe-Arrez sind die Schwestern zu einem konkreten Zeichen der Hoffnung und Nächstenliebe geworden. Als der Flüchtlingsstrom über Albanien hereinbrach hatten viele Angst, daß die beiden das Land verlassen könnten, erzählt Sr. Imelda, die die Leitung der Albanienhilfe ORA, einer Vereinigung für Missionshilfe, übertrug. Die Kontaktpersonen sind Hans-Peter Hofinger, Schulgasse 3, 4770 Andorf, Tel. 07766/21801 und Diakon Felberbauer in Bad Wimsbach, Tel. 07245/25729. Spendenkonto: 93030207, BLZ 60000, PSK Wien.
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