Noch 250 Tage bis zum Beginn des Jahres 2000 – dieses Datum nutzte der diözesane Arbeitskreis Weltkirche und Entwicklungsförderung (WEKEF), um für die Tilgung der Schulden der Entwicklungsländer zu werben. Am 23. April wurde ins Linzer Einkaufszentrum „Arkade“ zu einer „Erlaßjahr-Aktion“ eingeladen. Kirchen und Nichtregierungsorganisationen in fünfzig Ländern engagieren sich für einen Erlaß der Schulden im Jahr 2000 und für einen Vertrauenvorschuß beim Aufbau der Wirtschaft in den betroffenen Staaten.
Insgesamt, so Alfred Mayr vom WEKEF, beträgt der Schuldenberg des Südens 2.177 Milliarden US-Dollar. Die Schuldenstreichung durch Österreich würde sich pro Kopf zehn Jahre lang mit nur öS 25,– im Monat auswirken, rechnete Österreichs Erlaßjahr-Koordinatorin Mag. Martina Neuwirth vor. Hingegen führt das Festhalten am Schuldendienst zur weiteren Verarmung des Südens.– Landtagspräsidentin Orthner und Bischofsvikar Vieböck setzen sich ebenfalls für den Schuldenerlaß ein. Sie zerrissen – vorerst nur symbolisch – einen Schuldschein mit über 2.177 Milliarden US-Dollar.