Velipojë liegt nur 35 Kilometer vom Österreich-Camp in Shkodër entfernt, und die Pfarre mit elf kleinen Dörfern wird bald 700 Flüchtlinge beherbergen. Neben dem „Mutter-Teresa-Gefühl“ im Land wird das durch die Hilfe möglich, die „Tirol pro Albania“ seit dem 8. Dezember 1994 unermüdlich vor Ort leistet. Daß seither Millionen von Sach- und Geldspenden in den Aufbau der Pfarre investiert werden konnten, ist untrennbar mit dem Namen Walter Zwicknagl verbunden. Wäre es nach dem 53jährigen gegangen, so stünde heute eine Schule oder ein Gesundheitszentrum im Dorf. Aber es war der Wunsch der Gemeinde, eine Kirche zu bauen. Daß drei Jahre nach Grundsteinlegung die Kirche am 1. Mai 1999 auf den hl. Nikolaus tatsächlich geweiht worden wäre, dafür brauchte der Motor viele Zahnräder: Neben seiner Frau Maria, sie gilt als die „heimliche Managerin“, und Pfarrer Erwin Gerst, ohne den er schon mehrfach die Segel gestrichen hätte, nennt Zwicknagl seinen ehemaligen Lehrer Reinhold Stecher. Der Bischof stellte sein künstlerisches Schaffen ganz in den Dienst der Sache. Und er war es auch, der drängte, Basketbälle, Tischtennistische und Fußballdressen für die Jugend zu kaufen. In mühevoller Kleinstarbeit haben viele am Aufbau einer Kirche in Velipojë mitgearbeitet. Und niemand hat geahnt, daß sie so rasch dem härtesten Test ausgesetzt werden wird.