Der Eine-Welt-Kreis der Stadtpfarre Linz-Urfahr unterstützt Rudolf Hubmanns Hilfsprojekte in Afghanistan
Ausgabe: 1999/14, Hubmann, Afghanistan, Minen
06.04.1999
- Martin Kranzl-Greinecker
Als Techniker hatte der aus Weyer im Ennstal gebürtige Rudolf Hubmann (75) viel im Orient zu tun. Seit 20 Jahren leistet er mit dem Verein „Österreicher helfen Afghanen“ konkrete Aufbauarbeit.
Anfangs war es reine Sympathie für das afghanische Volk. Rudolf Hubmann war beeindruckt, wie sich die „bloßfüßigen Afghanen“ gegen übermächtige Sowjettruppen wehrten. Er beschloß zu helfen. Für seinen Einsatz mußte der in NÖ. lebende Pensionist am eigenen Leib bezahlen: vor einem guten Jahr ging eine angeblich entschärfte Anti-Personenmine in seinen Händen los und verletzte ihn schwer an den Fingern. Doch Rudolf Hubmann gibt nicht auf. Durch sein Engagement wurde in Ost-Afghanistan ein Bezirkskrankenhaus wiedererrichtet und eine Schule gebaut. Außerdem initiierte er ein Minenräumprojekt, bei dem die ausgebildete Dorfbewohner gegen Bezahlung nach Minen suchen und sie entschärfen – eine Alternative zu teuren Experten. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist für Hubmann mehr als ein Schlagwort. Für die Unterstützung aus Österreich verlangte er von den afghanischen Partnern stets die Erfüllung von Bedingungen. Beispielsweise, daß beim Bau von Schule und Krankenhaus Eigenleistungen erbracht werden. Und daß – in einem Land wie Afghanistan ist das beileibe nicht selbstverständlich – Frauen wie Männer von der Hilfe profitieren. Der Plan ging auf. So können der fundamentalistischen Talibanregierung zum Trotz im Krankenhaus Frauen behandeln und behandelt werden. Und selbstversändlich erhalten in der Schule – anders als im Land üblich – auch Mädchen Bildung. Für Behandlung und Unterricht sind geringe Beiträge zu bezahlen. Vor kurzem war Rudolf Hubmann beim „Eine-Welt-Kreis“ der Stadtpfarre Urfahr zu Gast. Die Gruppe spendete dem Verein „Österreicher helfen Afghanen“ (St. Christophenerstr. 10, 3040 Neulengbach) Geld und will es wieder zu tun. Hubmann nutzte den Besuch für weitere Bittgänge, etwa zur oö. Landesregierung. Mit Erfolg. Für die nächsten Monate ist das Projekt gesichert.