In Bregenz-Mariahilf beginnt seit einigen Jahren die Feier der Osternacht um fünf Uhr morgens. „Diese Zeit ist für mich einfach stimmig“, sagt Pfarrer Rudi Siegl. „Wir leben unseren Glauben nicht nur vom Verstand her. Erfahrbare Zeichen sind eine wertvolle Hilfe, etwas vom Geheimnis des sich verschenkenden Gottes zu erahnen. Gerade die Osternacht gibt uns hier einen großen Schatz in die Hand“, meint Pfarrer Siegl: Das Aufbrechen im Finstern, das Vorbeigehen am Osterfeuer, in dem alles Alte verbrannt werden darf, die Lichtfeier, die Erneuerung des Taufversprechens und das Hineinfeiern in das Licht des Tages – dadurch werde auch für ihn das Außerordentliche am Osterfest noch internsiver erfahrbar, betont Rudi Siegl.Dazu komme, so der Pfarrer von Mariahilf, daß die Leute gerade in dieser frühen Stunde auch mit einer besonderen Erwartung kommen. Deshalb sei es ihm auch wichtig, sich Zeit zu lassen bei der Feier des Auferstehungsgottesdienstes. Und es ist ihm ein Anliegen, schon in der Fastenzeit zu dieser Osternacht hinzuführen. So etwa lade das heurige Lesejahr A mit seinen Evangelien – Jesus am Brunnen, die Heilung des Blinden, die Auferweckung des Lazarus – dazu ein, die Tauferneuerung besonders hervorzuheben. Zum Ausklingen der Feier habe sich das gemeinsame Frühstück sehr bewährt.Heute werde in seiner Pfarre die Osternacht am frühen Morgen sehr gut angenommen. Sein Vorgänger, Pfarrer Feurstein, habe allerdings lange mit dem Pfarrgemeinderat darum gerungen. „Dann hat man ihm zu seinem 70. Geburtstag seinen Wunsch erfüllt. Und seither wollen viele diesen Ostermorgen nicht mehr missen.“ Der Wunsch von Pfarrer Siegl : „Daß wir davor auch eine Nachtwache halten. Das ist in einer Pfarre schwierig, aber vielleicht findet sich eine Gruppe.“