Wohnen im Linzer KHG-Heim: Gemeinschaft im Zentrum
Nach 30 Jahren Betrieb wurde das 130 Betten-Heim renoviert
Ausgabe: 1999/13, KHG, Heim, Wohnen
30.03.1999
- Martin Kranzl-Greinecker
Warum betreibt die Kirche ein Heim für Studierende an der Universität? Gibt es nicht schon genügend andere Anbieter?
Diese Fragen sind berechtigt, aber die Antwort zeigt, daß es nicht in erster Linie um das Heim geht. KHG-Heimleiter Mag. Meinrad Schneckenleithner: „Im Vordergrund steht die kirchliche Gemeinde an der Universität. Das Heim ist dabei ein Standbein, ebenso wie die Mensa oder die verschiedenen Angebote der Hochschulgemeinde. Als Kirche wollen wir an der Universität präsent sein. Übrigens nicht nur für Studierende, sondern auch für Lehrende und das Personal.“
Lebendige Gemeinde Gemeinschaft, Austausch, religiöse Feiern und Weiterbildung stehen am Programm. Das KHG-Angebot wird gut angenommen. Erst im vorletzten Jahr wurde als „Zweigstelle“ des Gemeindezentrums in der Linzer Mengerstraße das Studierendenzentrum Auhoffeld („STAU“) eröffnet. Seit letztem Herbst bemüht sich Hochschulseelsorger Dr. Markus Schlagnitweit um Präsenz über das Uni-Viertel im Linzer Norden hinaus. Schließlich gibt es auch im Stadtzentrum Hochschulen und Studierende. Unter dem Motto „Junge Kirche im Alten Dom“ wird jeden Sonntag um 19 Uhr in der Kirche St. Ignatius ein Gottesdienst für junge Erwachsene gefeiert.Der augenfälligste Bereich der Kath. Hochschulgemeinde ist und bleibt aber das Heim mit den beiden Türmen, die zwar für die getrennte Unterbringung von Mädchen und Burschen gedacht waren, aber längst gemischt bewohnt sind.
Wie in einer Familie Das Heim ist vor allem wegen der guten Gemeinschaft unter den Bewohnerinnen und Bewohnern geschätzt. Auch ohne Steuerung der Heimleitung (im KHG-Heim hängt die Aufnahme nicht von Empfehlungsschreiben ab) wachsen die Bewohner zu einer Art Familie zusammen. Trotz Umbau blieb das Heim – mit weniger belegten Zimmern – in Betrieb. 30 Millionen Schilling kostet die Renovierung, finanziert wird sie aus öffentlichen Mitteln. Heimleiter Schneckenleithner: „Nach drei Jahrzehnten war das Haus sanierungsbedürftig. Nun läßt sich’s im KHG-Heim noch besser wohnen.“