„Wenn über Kirchenbeitrag gesprochen wird, steht die Kirche selbst auf dem Prüfstand“, meinte der Finanzkammerdirektor der Diözese Linz, Dr. Josef Wöckinger, in einem Gespräch in der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Journalisten am Montag, 29. März. Bei aller berechtigten Kritik wäre die Kirche vor allem in den Pfarren viel besser als ihr Ruf: „An der Basis ist die Kirche weitgehend gesund“, betonte Wöckinger. An oberster Stelle wäre die Kirche zur Zeit zu ängstlich. „Nur mit Verbotstafeln leitet man nicht“, meinte Wöckinger wörtlich.
Das viele Positive – von 260 kirchlichen Kindergärten bis hin zur Tatsache, daß 60 Prozent aller oberösterreichischen Kulturgüter von der Kirche erhalten würden –, käme in der Öffentlichkeit kaum durch.
Wöckinger bestätigte den engen Zusammenhang von Kirchenaustritten und innerkirchlichen Turbulenzen. „Es hängt davon ab, ob irgendein Bischof etwas sagt, was den Leuten auf den Wecker geht“, meinte Wöckinger.
Konsequent will der Finanzdirektor bei Gruppen bleiben, die mit Kirchenbeitragsboykott drohen: „Wer nicht einzahlt ist für uns säumig, in letzter Konsequenz gibt es die Klage.“ Die Hälfte aller Austretenden wären unter 35 Jahre alt.