Der diözesane Arbeitskreis „Ökologie am Friedhof“ lädt zum Nachdenken ein
Ausgabe: 1999/12, Ökologie, Friedhof
23.03.1999
- Edeltraud Buchberger
Zu Ostern wird das Licht aus der Kirche auf die Gräber gebracht. Die ausdrucksstarke Symbolik leidet jedoch, wenn auf einzelnen Gräbern eine Vielzahl von Lichtlein stehen, noch dazu in unverrottbaren Plastik- oder Aluhüllen. EIN Licht sagt mehr als viele. Die Symbolik verflacht, und das ist schade. Darum EIN Licht zu Ostern. Der Konkurrenzkampf, auch auf dem Friedhof, um das modernste Grabmal, um den auffälligsten Blumenschmuck, hat auch auf die Lichter übergegriffen: Wer hat die meisten Lichter auf dem Grab? Doch Friedhöfe sollen jenseits vordergründigen Konkurrenzdenkens christliche Werte zum Ausdruck bringen. Symbole sprechen Gefühle an und machen gemeinsame Werte spürbar, erlebbar. Das eindrucksvolle Symbol des Lichtes, des Osterlichtes würde noch stärker wirken, wenn nicht das ganze Jahr über Lichter auf jedem einzelnen Grab brennen. Eine Lichtsäule mit dem ewigen Licht auf dem Friedhof paßt in einen großen Garten, der das christliche Paradies versinnbildlicht und die Gemeinschaft der Lebenden und Toten zum Ausdruck bringt. Das eine, ewige Licht leuchtet über alle Gräber. Wer das Grab eines Angehörigen besucht, hat das Bedürfnis, etwas mitzubringen. Die Gewohnheit, ein Grablicht mitzubringen, sollte überdacht werden. Nicht eine Anhäufung von Miniaturgärtlein, sondern ein großer Paradiesgarten sollte der Friedhof werden. Als Mitbringsel für’s Grab eignet sich gut eine Blume. Sie wird an Ort und Stelle zu Humus, fügt sich so in den natürlichen Kreislauf ein. Eine Vielzahl von „Symbolpflanzen“ stehen zur Auswahl – von der Lilie für Licht und Leben sowie Reinheit bis zur Sonnenblume als Sinnbild für die Ausrichtung auf Christus (Leben). Wenn Christinnen und Christen zum Ausdruck bringen, daß sie den Kreislauf des Lebens für ein Geschenk Gottes halten, sind unverrottbare Plastikblumen ebensowenig passend wie 1000 unverrottbare Lichterhüllen.