Diese Woche tagt in Eisenstadt die Österreichische Bischofskonferenz. Ein wichtiger Beratungspunkt: die Weiterarbeit am „Dialog für Österreich“. Dem Sozialreferenten der Bischofskonferenz, Maximilian Aichern, wurden dafür zwei konkrete Anliegen mitgegeben– das Sonntagsvolksbegehren und ein ökumenisches Sozialwort.u Die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) hat sich bei ihrer Bundeskonferenz einstimmig dafür ausgesprochen, ein Volksbegehren zur Erhaltung des arbeitsfreien Sonntags in Angriff zu nehmen. Voraussetzung dafür seien die Sicherung der Finanzierung und der Organisation, die weitere Ausdehnung der „Allianz für den Sonntag“ auf den außerkirchlichen Raum sowie die ideelle und finanzielle Unterstützung der Bischofskonferenz. Die Bischöfe Aichern und Küng haben sich bei der Konferenz bereits deutlich hinter die Pläne der KAB gestellt. Bei nötigem Rückhalt der Bischofskonferenz will die KAB gemeinsam mit den „Allianz-Mitstreitern“ aus Kirche, Gewerkschaft, Wirtschaft und Gemeinden die Vorwahlzeit nutzen, um das Sonntagsthema in die politische Debatte zu bringen. „Gelingt es uns nicht, den Erhalt des arbeitsfreien Sonntags ins nächste Regierungprogramm zu bringen, dann wollen wir im Frühjahr 2000 das Volksbegehren starten“, sagt KAB-Sekretär Franz Tschida.u Das zweite Anliegen im Gepäck Aicherns ist ein gemeinsames Sozialwort der Kirchen, das auf breiter Basis – ähnlich dem Sozialhirtenbrief von 1990 – vorbereitet werden soll. Einen Auftakt dazu könnte bereits der Christentag am 1. Adventsonntag mit seinem Motto „Sonne der Gerechtigkeit“ bieten. Das von der Dialogversammlung geforderte gemeinsame Sozialwort war zuletzt in Frage gestellt. Es sollte nur ein katholisches Sozialhirtenwort kommen.