Noch immer gibt es in Österreich zu viele Menschen, die keinen Platz haben, in Würde zu sterben. Doch die Bereitschaft, das zu ändern, steigt.Daß Sterbende in ein Besenkammerl geschoben oder hinter einen Paravent auf dem Gang gelegt werden, das gibt es immer noch in Österreichs Spitälern, aber immer seltener. Hier habe doch in den letzten Jahren ein deutliches Umdenken stattgefunden, meint Sr. Hildegard Teuschl von der Hospizbewegung. Was allerdings immer noch auf große Schwierigkeiten stoße, ist, daß in den Krankenhäusern Zimmer frei gemacht werden, damit Patienten im Kreis ihrer Angehörigen sterben können. „Das geschieht meist nur dann, wenn Angehörige das wirklich energisch fordern“, weiß Sr. Teuschl aus Erfahrung. Auf ein anderes Problem weist Gerda Scherwitzl von Hospiz Oberösterreich hin: „Wir haben immer öfter mit Patienten zu tun, die aus dem Spital entlassen werden, weil eine weitere Therapie keinen Sinn mehr macht, etwa bei Krebskranken im letzten Stadium. Wenn es keine Möglichkeit gibt, diese Menschen – auch mit entsprechender Unterstützung – zu Hause zu betreuen, dann werden sie in ihren letzten Lebensmonaten auf eine unwürdige Wanderschaft geschickt. Weder Pflegeheime noch Spitäler wollen sie haben. Wir brauchen mehr Pflege- und Hospizbetten (auch Tageshospize) und eine entsprechende Finanzierung durch die Krankenkassen“, fordert Scherwitzl. Vor 14 Tagen fand ein erste Gesprächsrunde zwischen Hospizbewegung und Sozialversicherungen statt. Positiv vermerkt Teuschl das steigende Interesse bei Ärzten und Pflegepersonal, sich mit Sterbebegleitung auseinanderzusetzen. Entsprechende Kurse werden stark nachgefragt. Es gibt auch eine zunehmende Bereitschaft, Palliativbetten/stationen zur Betreuung unheilbar Kranker und Sterbender einzurichten. In der Steiermark wurde ein entsprechendes Pilotprojekt an drei Spitälern gestartet.