Offensiv in der Gesellschaft als Kirche auftreten und engagiert für die Anliegen der Menschen in der Kirche eintreten – das will die Katholische Aktion Österreichs noch stärker als bisher tun. Dazu sollen die Kräfte gebündelt werden.„Ein markanteres Profil in Sachfragen und in der Art, wie wir als ,offensive kirchliche Mitte‘ unseren Glauben in der Welt und in der Kirche leben und zur Sprache bringen“, erwartet sich der Präsident der Katholischen Aktion Österreichs, Christian Friesl, von der Strukturreform der KAÖ. In der Katholischen Aktion mit ihren 16 Gliederungen und Werken ist eine Menge Sachkompetenz und eine große spirituelle Lebendigkeit vorhanden. Durch das bei der Frühjahrskonferenz beschlossene Reformprogramm sollen diese Kräfte stärker gebündelt und die Durchlässigkeit und Zusammenarbeit zwischen den Organisationen verbessert werden. Es geht aber auch darum, in Zeiten, in denen in der Kirche das Geld knapper wird, die Mittel wirksamer einzusetzen und zusätzliche Finanzquellen anzuzapfen. Öffentliche und private Subventionen bekomme man heute aber leichter für konkrete, thematisch und zeitlich begrenzte Projekte als für „laufende Kosten“, weiß der kirchliche Sozialforscher Friesl aus eigener Erfahrung.Zeichen der ZeitKonkret beabsichtigt die Katholische Aktion Österreichs vier Themenforen einzurichten. u Das erste Forum „Familie und Beziehungen“ greift ein sehr brennendes Thema der sogenannten „kleinen Lebenswelten“ auf. „Gerade in diesem Bereich gibt es sehr hohe Erwartungen, aber auch sehr viel Scheitern. Deshalb sehen wir uns als Laienbewegung verpflichtet, hier den Menschen kompetente Wegbegleiter zu sein, wir haben aber auch die Aufgabe, ihre Erfahrungen, die guten und die bedrückenden, in der Kirche zur Sprache zu bringen“, betont Friesl. An diesem Forum könne man auch gut zeigen, was die KA-Reform will: Das Thema sei bisher in der KA vor allem durch das Katholische Familienwerk abgedeckt worden, es spielt aber auch – in unterschiedlichen Aspekten – in vielen anderen Gliederungen, von der Jungschar bis zur Arbeitnehmerbewegung, eine Rolle. Durch eine engere Kooperation soll der Horizont an Erfahrungen und Fragen erweitert und die inhaltliche Qualität der Arbeit verbessert werden.u Das Forum „Arbeit, Wirtschaft, Soziales“ soll vor allem die gesellschaftpolitische Kompetenz der KA in einem die Menschen sehr bewegenden und verunsichernden Bereich verstärken.u Mit dem Forum „Kunst, Wissenschaft und Medien“ betritt die KA ganz bewußt ein hartes Pflaster. „Es ist kein Geheimnis, daß die kritische Distanz zur Kirche unter den gebildeten Städtern besonders groß ist, auf der anderen Seite ist das aber jener Personenkreis, der für die gesellschaftliche, geistige und kulturelle Entwicklung besonders bedeutsam ist. Hier einen ehrlichen Dialog verstärkt zu suchen scheint mir kirchlich wie gesellschaftlich äußerst notwendig zu sein“, unterstreicht Friesl das Vorhaben.u Über dem vierten Forum steht „Zukunft“. Das ist eine Plattform, die möglichst flexibel Fragen aufgreifen soll, die für die Zukunft der Kirche und/oder der Geselllschaft bedeutsam sind, etwa das Thema „junge Erwachsene und die Kirche“. Auf dem Weg sein„Diese Foren sind kein Selbstzweck und schon gar nicht ein zentraler Wasserkopf“, betont Friesl. Sie sollen in enger Beziehung zu den Gliederungen und Diözesen stehen und sehr bewußt den Kontakt zur Praxis halten. „Das sind inhaltliche Pools, auf die alle Gliederungen und Werke der KA zugreifen können, und die ihrerseits Impulse zu den Gliederungen hin setzen. Diese Foren sollen aber auch Plattformen der Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen und gesellschaftlichen Einrichtungen werden.“ Und nicht zuletzt hofft Friesl auf eine stärkere spirituelle Profilierung der KA, in deren Tun und Beten eine Kirche sichtbar wird, die mit den Menschen auf den Weg ist, besonders mit den Benachteiligten, den Bedrängten und Mühseligen.