Die Art und Weise der Absetzung des Wiener Generalvikars Helmut Schüller löst auch in oberöster-reichs katholischer Kirche Betroffenheit aus.„Mit mir sind unzählige Menschen erschüttert, auf welche Art sich der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz seines engsten Mitarbeiters in Wien entledigt hat“, erklärt die Präsidentin der Katholischen Aktion der Diözese Linz, Margit Hauft. Nicht die Abberufung, sondern der Stil derjenigen fordere Protest heraus. Jede/r Arbeitnehmer/in – auch Mitarbeiter auf höchster kirchlicher Ebene – habe das Recht Kündigungsgründe im persönlichen Gespräch zu erfahren.Haufts unverblümte Fragen an die Kirchenleitung: „Wie verträgt sich eine solche Vorgangsweise mit den gleichzeitig in den Mund genommenen Aufrufen zu einer neuen Spiritualität und zum Dialog? Wieviel Verständnis für Unverständliches wird dem Kirchenvolk noch abverlangt? Wie lange halten wir an der Basis den Druck der dauernden Schadensbegrenzung noch aus?“Auch die Katholische Aktion Österreichs brachte während der Frühjahrskonferenz, die vergangen Sonntag in Linz stattfand, ihre Besorgnis über den Konflikt zum Ausdruck. Ihre Forderung: Eine tiefgehende Erneuerung der Kirche. Der Versuch, in dieser Erneuerung eine „notwendige spirituelle Neubestimmung“ gegen „weniger wichtige Strukturfragen“ auszupielen, stößt bei der Katholischen Aktion Österreich auf Unverständnis.Kirchenbasis ist aufgebrachtEnttäuscht über diese Art des „Dialogs“ auf höchster Kirchenebene zeigt sich auch der Sprecher des Priesterrates der Diözese, Pfarrer Dr. Walter Wimmer: „Ich bin überzeugt, daß sich die Art und Weise, wie wir miteinander umgehen, nicht vom Inhalt unserer Botschaft trennen läßt.“ Die Kirchenbasis sei „mehr als aufgebracht“, die Auswirkungen seien österreichweit zu spüren.Fehlenden menschlichen Umgang in der Kirche sehen Theologiestudenten der Diözese. In einem Brief an Helmut Schüller bringen sie ihre Betroffenheit zum Ausdruck: „Sie haben oft klärende und klare Worte gefunden, wo andere sprachlos geblieben sind.