Über 50 Personen waren in der Leondinger Kirche zu Gast
Ausgabe: 1999/07, Kirchenroas
23.02.1999
- Andrea Prielhofer
Einmal im Monat bietet die „Linzer Kirchenroas“ die Möglichkeit, eine Kirche zu besichtigen. Genutzt wird das kostenlose Angebot vor allem von älteren Menschen.Wer sich nur langweilige architektonische und geschichtliche Daten erwartet, liegt falsch: Meist geben die Pfarrer der Gemeinde auch lustige Anekdoten und Schwänke aus dem Pfarrleben zum Besten.Informativ war auch der Besuch der etwas anderen Leondinger Kirche vergangenen Freitag. So konnten die 50 Teilnehmer nicht nur die alte Kirche mit der traditionellen Einrichtung bewundern. Auch der moderne Zubau, in dem die Holzbänke wie in einem antiken griechischen Freilufttheater aufsteigend rund um den Altar angeordnet sind, weckte ihre Sympathien. Ein wertvoller alter Altar oder Schmuck, goldene Engel oder eine Marienstatue waren hier nicht zu sehen. Aber keiner der Anwesenden vermißte diese Dinge. Gerade durch die Einfachheit der Kirche war die Nähe zu Gott zu spüren. Dem Organisator der „Kirchenroas“, Dr. Josef Schicho, standen Altpfarrer Holzmann und Pfarrer Kitzinger zur Seite.Das Leondinger Unikat ist „St. Kuhstall“ „St. Kuhstall“ im Stadtteil Rufling heißt eine Besonderheit von Leonding, erzählte der Altpfarrer. Vor zirka 30 Jahren wurde in einem Bauernhof eine provisorische Kapelle gebaut. Noch heute werden im sogenannten Ruflinger „Dorfstadl“ Messen und Wortgottesdienste gefeiert.Niemand hätte sich am Beginn der „Linzer Kirchenroas“ den heutigen Erfolg erwartet. „Angefangen haben wir mit sechs oder sieben Leuten, die an Kirchenführungen in Linz und Umgebung interessiert waren“, erzählt Dr. Schicho. Durch Werbung in verschiedenen Medien und Aushängen in den Pfarren wurde das Projekt immer bekannter. Jetzt, eineinhalb Jahre nach der ersten „Roas“, sind meist 30 bis 50 Personen aus ganz Oberösterreich mit dabei. „Unser Teilnehmerrekord liegt bei 70 Leuten“, ist Schicho stolz.Seine Pläne für die Zukunft? „St. Kuhstall steht sicher bald am Programm“, verspricht er. Nächster Termin: 12. März, St. Margerethen.